Regulierungsbehörde schließt Prüfung ab
Voicestream-Kauf für UMTS-Auktion unbedenklich

Die Deutsche Telekom verletzt mit der geplanten Übernahme des US-Mobilfunkanbieter Voicestream nicht die Teilnahmebedingungen der bevorstehenden UMTS-Mobilfunklizenz-Auktion.

Reuters BONN. Die Deutsche Telekom verletzt mit der geplanten Übernahme des US-Mobilfunkanbieter Voicestream nicht die Teilnahmebedingungen der bevorstehenden UMTS-Mobilfunklizenz-Auktion. Der Präsident der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post, Klaus-Dieter Scheurle, sagte am Montag in Bonn, in den vergangenen Tagen sei geprüft worden, ob durch die geplante Übernahme unerlaubte Allianzen und Interessen-Überschneidungen während der Auktion entstehen könnten. Die Behörde sei zu der Überzeugung gekommen, dass sich die Voraussetzungenen, unter denen sich die Deutsche Telekom zur Teilnahme an der Auktion beworben hat, nicht entscheidend verändert hätten. Damit ist die Telekom weiterhin als Bieter bei der Auktion zugelassen.

Hintergrund der Prüfung ist eine vereinbarte Partnerschaft zwischen der Deutschen Telekom und dem Hongkonger Mischkonzern Hutchison Whampoa. Die Telekom hat mit Hutchison Whampoa im Rahmen der angekündigten VoiceStream-Übernahme vereinbart, dass Hutchison als VoiceStream-Miteigentümer für die Abgabe seiner Aktien neue Aktien der Telekom bekommen und diese zumindest bis Anfang 2001 halten wird. Während die Telekom über ihre Mobilfunktocher D1-Telekom eine der begehrten Mobilfunklizenzen der dritten Mobilfunkgeneration ersteigern will, nimmt Hutchison über eine Allianz mit KPN beim Bieter-Konkurrenten E-Plus an der Auktion teil. Nach den Versteigerungsbedingungen ist eine Abstimmung und eine Kapitalverflechtung zwischen den Bietergruppen nicht zulässig.

Wie Hutchison wird auch das finnische Telekomunternehmen Sonera an der UMTS-Versteigerung in Deutschland teilnehmen. Als Voicestream-Altaktionär wird Sonera ebenfalls neuer Aktionär bei der Telekom, will sich jedoch bei "passender Gelegenheit" wieder von den Aktien trennen. Bis zum für die erste Jahreshälfte 2001 geplanten Vertragsabschluss über die Übernahme von VoiceStream durch die Telekom werden jedoch keine neuen Aktien der Telekom an Hutchison oder Sonera ausgegeben.

Auf Grund von Kapitalverflechtungen und zur Vermeidung möglicher Absprachen hatte der britische Mobilfunkanbieter Orange im Besitz von France Telecom seine Teilnahme an der deutschen Versteigerung abgesagt, da France Telecom mit Mobilcom zusammen für eine Lizenz bietet.

Zu der Auktion am Montag (31. Juli) in der Mainzer Niederlassung der Behörde sind insgesamt sieben Bieter zugelassen, die jeweils zwei Vertreter in die Auktionsräume entsenden dürfen. Über die zu erwartende Höhe der Erlöse sowie die Dauer der Auktion wollten am Montag weder Scheurle noch der parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Siegmar Mosdorf (SPD), eine Einschätzung abgeben.

Scheurle und Mosdorf wiesen Kritik am Versteigerungsmodus zurück. "Es gibt kein transparenteres und gerechteres Verfahren als das von uns gewählte", sagte Scheurle. Kritiker hatten vorgebracht, das deutsche Verfahren sei darauf angelegt, die Auktionserlöse hoch zu treiben und Branchenneulinge zu diskriminieren, da für sie keine UMTS-Lizenz reserviert wurde. Im Gegensatz zu anderen europäischen Staaten werden bei der deutschen Auktion die Unternehmen im Verlauf der von der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) angesetzten Auktion selbst darüber entscheiden, ob es vier, fünf oder sechs neue Lizenzinhaber geben wird. Kritikern zufolge könnten die vier etablierten Netzbetreiber mit hohen Geboten versuchen, neue Bewerber vom Markt fernzuhalten

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