Regulierungsbehörde sieht Verdacht
AOL hat Preisdumping-Beschwerde gegen T-Online eingereicht

Die jüngsten Ermittlungen der Bonner Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) über möglicherweise wettbewerbswidrig niedrige Internetverbindungs-Preise der Deutschen Telekom gehen auf eine Initiative des Konkurrenten AOL Deutschland zurück. Der Regulierungsbehörde liege eine Beschwerde seitens AOL Deutschland vor, teilte eine Sprecherin des Internet-Anbieters mit.

Reuters FRANKFURT. In seiner Beschwerde beanstandet AOL, dass die Internet-Tochter der Telekom, T-Online, "seine Endkundenpreise unter den eigentlichen Kosten sowohl festsetzt als auch anbietet und somit Preisdumping betreibt". Nach AOL-Angaben wird die Regulierungsbehörde zunächst eine Markterhebung in Auftrag geben, die überprüfen soll, ob T-Online ein marktbeherrschendes Unternehmen ist. Dies sei Bedingung, um in einem Verfahren zu klären, ob T-Online die Endkundenpreise unter den Kosten festsetzt.

Nach Angaben der Regulierungsbehörde besteht der Verdacht, dass die Verbraucherpreise für die Internet-Nutzung so niedrig angesetzt werden, um sich im Wettbewerb Vorteile zu verschaffen. Hintergrund der jüngsten Ermittlungen ist der Preisabstand zwischen den vom Endkunden zu entrichtenden Internet-Verbindungskosten und den von der Behörde festgelegten Zusammenschaltungsentgelten für die Nutzung des Telekom-Netzes bei der Einwahl ins Internet. Wie andere Internet-Anbieter kaufte auch T-Online bislang bei der Telekom Leitungskapazitäten ein. Pro Verbindungsminute zahlt T-Online zwischen 1,53 und 3,99 Pfennige und verlangt von seinen Kunden zumeist 2,9 Pfennige pro Minute Internet-Nutzung plus monatliche Grundgebühr. Ein Sprecher der Telekom hatte auf Anfrage keine Stellungnahme zu der Preisgestaltung abgeben wollen.

Mittlerweile rechnet T-Online mit ihrer Konzernmutter nicht mehr nach Verbindungsminuten ab, sondern hat einen Pauschaltarif (Großhandelstarif) vereinbart. Dieser Tarif dürfte zu Kostensenkungen bei T-Online führen. T-Online ist mit acht Millionen Kunden in Deutschland der mit Abstand größte Internet-Anbieter und erzielt auch eine deutlich höhere Reichweite als AOL, deren Internet-Angebot von den deutschen Internet-Nutzern weniger häufig besucht wird.

Bei der Regulierungsbehörde läuft bereits ein Verfahren gegen die Telekom wegen möglichem Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung bei Internet-Tarifen. Dabei geht es um den Großhandelstarif, den die Telekom anderen Internet-Anbietern seit Ende vergangenen Jahres offeriert. Wettbewerber der Telekom und ihrer Internet-Tochter T-Online kritisieren in diesem Fall, die angebotenen Einkaufspreise für eine unbegrenzte Nutzung des Internets seien zu hoch.

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