Regulierungsbehörde soll Wettbewerb ankurbeln
Strombranche steht vor einer Weichenstellung

Für die deutsche Strombranche wird 2005 ein interessantes Jahr: Erstmals soll eine Regulierungsbehörde den Markt überwachen und den Wettbewerb in Schwung bringen. Etablierte Konzerne und neue Anbieter sehen der Aufsicht mit unterschiedlichen Erwartungen entgegen.

HB DÜSSELDORF. Die Stimmung in den Unternehmen sei "schlechter als zum Wechsel 2003/04", gab der Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) in der Konjunkturumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) an. Die Regulierung des Netzbetriebs stelle einen "gravierenden Einschnitt" dar. Die Stromwirtschaft befürchte, dass die Regulierung tief in die Wirtschaftsordnung eingreife.

Der Bundesverband neuer Energieanbieter (BNE) sieht der Regulierungsbehörde zuversichtlich entgegen - aber noch nicht 2005. Die neuen Regeln würden frühestens Anfang Juli in Kraft treten. "Deshalb erwartet der BNE für 2005 noch keine Zunahme des Wettbewerbs", sagt Geschäftsführer Henning Borchers. Die Behörde soll den neuen Anbietern vor allem einen fairen Zugang zu den Netzen der etablierten Konzerne ermöglichen. Seit der Liberalisierung des Energiemarktes 1998 hatten die Newcomer über Diskriminierung geklagt. In der Tat haben sich bislang nur wenige am Markt durchgesetzt.

Wie schwierig die Effekte der neuen Regulierungsbehörde einzuschätzen sind, haben unlängst die beiden größten Konzerne der Branche vorgeführt. RWE erklärte bei der Vorlage der Quartalszahlen, die Ertragslage im Netzgeschäft werde sich durch die neue Aufsicht deutlich verschlechtern. Konkurrent Eon bezeichnete zwei Tage später solche Spekulationen als sinnlos. Sie führten nur zu Verwirrungen.

Die Unsicherheit der Unternehmen könnte sich aber auf die Investitionen durchschlagen, erklärt der VDEW. Dies gelte vor allem für die Stromnetze.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%