Regulierungsbehörden müssen noch zustimmen
France Télecom verschmilzt Global One mit Equant

Durch die Fusion soll ein in der Datenübertragung und Informationsverarbeitung weltweit führendes Unternehmen entstehen. Das Angebot des französischen Telekomkonzerns beträgt rund 3,5 Mrd. Euro.

Reuters PARIS. Die France Telecom will den Kommunikationskonzern Equant mehrheitlich übernehmen und eigenen Angaben zufolge einen neuen weltweit führenden Konzern der Datenübertragung und Informationsverarbeitung entstehen lassen. Die am Montag von den beiden Unternehmen angekündigte Zusammenführung der Datenübertragungsgeschäfte der France-Telecom-Tochter Global One und Equant solle "substantielle" Umsatz-Synergien schaffen und nach drei Jahren jährliche Einsparungen von bis zu 300 Mill. $ bringen, hieß es. Der neue Konzern werde einen Anteil von zehn Prozent am globalen Datenkommunikationsmarkt und "signifikante Vorteile" gegenüber seinen Konkurrenten haben. Auch Analysten äußerten sich in der Mehrzahl positiv zu den Übernahme-Plänen, während der in der ersten Euphorie nach oben katapultierte Aktienkurs von Equant an der Pariser Börse im weiteren Handelsverlauf wieder abbröckelte.

Die Hauptvorteile der Übernahme seien industrielle Synergien und eine langfristig orientierte Aktionärsschaft für Equant, sagten Analysten. "Der Schritt wird dem neuen Unternehmen kritische Masse und geographische und produktbezogene Ergänzungen geben", sagte KBC Securities-Analyst Christophe Quarante. Für Equant-Aktionäre sei die Transaktion überwiegend positiv, auch wenn sie anteilsmäßig in der Minderheit seien, sagte ein weiterer Analyst. France Telecom werde dadurch zusätzlich zu absehbaren operativen und kommerziellen Synergien auch internationales Profil erlangen.

Nach dem Zusammenschluss werde das neue Unternehmen auf einen Kundenstamm von 3 700 Groß-Geschäftskunden, davon 75 der weltweit führenden 100 Unternehmen, zurückgreifen können, teilten Equant und France Telecom mit. Der Pro-Forma-Umsatz für das Jahr 2000 werde 2,5 bis drei Mrd. $ betragen. Ohne Zurechnung von Synergien werde Global One/Equant im ersten Halbjahr 2000 einen Pro-Forma-Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 62 Mill. $ verbuchen, hieß es.

Nach gelungenem Abschluss der Transaktion werde die France Telecom nach eigenen Angaben mit 54,3 % die Anteilsmehrheit bei Equant halten. Bei der geplanten Mehrheitsbeteiligung soll France Telecom für die Global One-Geschäfte und 300 Mill. $ in bar im Gegenzug 80,6 Mill. neue Equant-Aktien erhalten. Zudem wolle France Telecom zusätzlich 68 Mill. Aktien von den Equant-Hauptaktionären, der Societe Internationale de Telecommunications Aeronautiques (SITA), im Rahmen eines Aktientausch erwerben. Dabei werde den Sita-Aktionären eine France-Telecom-Aktie je 2,2 Equant-Aktien angeboten. Das Angebot habe einen Wert von rund 51,1 Euro je Equant-Aktie oder umgerechnet rund 3,5 Mrd. Euro. Die volle Konsolidierung des niederländischen Konzerns solle nach dem für das zweite Quartal 2001 erwarteten Abschluss der Verschmelzung erfolgen, teilte Equant-Chef Didier Delepine mit.

In das neue Unternehmen Equant/Global One werde die France Telecom umgerechnet rund 849,5 Mill. Euro im Austausch für rund zehn Mill. neue wandelbare Equant-Vorzugsaktien investieren, hieß es weiter. Diese Aktien sollen den Angaben zufolge nach fünf Jahren in Stammaktien des Kommunikationskonzerns zu einem Preis von umgerechnet 84,95 Euro je Aktie umgewandelt werden. Die französische Telefongesellschaft will nach eigenen Angaben die Mehrheitsbeteiligung aus Erlösen des Börsengangs ihrer Mobilfunktochter Orange finanzieren. Die Gewinne im Kerngeschäft würden durch die Transaktion verbessert werden.

Kurz nach Bekanntgabe der Pläne legte der Aktienkurs des in den Niederlanden ansässigen Equant-Konzerns an der Pariser Börse um 20 % zu. Im weiteren Handelsverlauf bröckelte der Kurs trotz positiver Stimmen allerdings wieder auf ein Plus von rund zwei Prozent ab. France-Telecom-Aktien bauten ihren negativen Trend hingegen weiter aus, und gaben bis gegen 16 Uhr MEZ um rund vier Prozent nach.

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