Regus mit 38 Business Centern führend
Einladung ins Stundenhotel

Einen Tag, nachdem die amerikanische Großkanzlei McDermott, Will & Emery ihre erste deutsche Dependance in München eröffnete, konnten sich die Mitarbeiter gleich in die Arbeit stürzen. Ohne Umzugschaos, die Rechner und Telefone funktionierten sofort.

HB DÜSSELDORF. Denn: Die Kanzlei bezog eine Etage im Schwabinger Regus Business Center - zur Miete. Diese Räume sind Büros, die man fix und fertig mieten kann, tageweise, wochenweise oder gar sogar jahrelang. Mit Schreibtisch und Computer, Sekretärin, Empfangschefin und Kaffeemaschine. "Eine ideale Lösung für Unternehmen, die neu in einer Stadt sind und sich obendrein sofort ums Kerngeschäft kümmern müssen", so Martin Kock, Partner der Kanzlei. Ideal auch für Projektmanager, die sich nur eine Zeit lang in einer fremden Stadt aufhalten, oder für Gründer von Start-ups, die noch nicht genau wissen, wie viel Platz ihre Firma in einem Jahr braucht - und ob es sie überhaupt noch gibt.

Regus zählt zu den weltweit führenden Betreibern von Business-Centern und ist auf dem deutschen Markt mit derzeit 38 Business Centern die Nr. 1. Firmengründer Mark Dixon wirbt für seine Dienstleistung: "Wir funktionieren so simpel wie eine Autovermietung. Ein Anruf genügt, und das komplett eingerichtete Büro mit dem passenden Service steht kurzfristig, auch stundenweise, zur Verfügung." In vielen deutschen Großstädten kann man mittlerweile Büros in Business Centern mieten, in einfachster Ausstattung schon ab neun Euro pro Tag.

Bei Excellent Business Centers mit seinen elf Centern variieren die Preise für einen Büroarbeitsplatz von 250 bis 2 000 Euro pro Monat - je nach Standort. Alle sollen an 1a-Adressen der jeweiligen Stadt liegen, betont Geschäftsführer Andre Helf. Seine Center-Manager hätten Hochschulabschluss, jedes Team spräche mindestens fünf Sprachen, und einen Übersetzungsdienst gebe es auch, damit die Qualität stimme.

320 solcher Büroimmobilien in Deutschland

Anfang der 80er-Jahre etablierten sich die ersten Business Center in Deutschland. Zunächst nur mit mäßigem Erfolg, inzwischen gehören sie zu dem Segment der Immobilienszene, das am schnellsten wächst. Kurze Reaktionszeiten und der schnelle Zugang zum Markt werden immer wichtiger. Unternehmerische Flexibilität und Mobilität wurden zu entscheidenden Erfolgsfaktoren.

Mittlerweile registriert der Bundesverband Business Center 320 solcher Büroimmobilien in Deutschland, die von 120 professionellen Betreibern gemanagt werden. 2001 wurden 236 000 Quadratmeter Bürofläche von Business Centern vermietet, das waren 67 % mehr als 1999. Neben Marktführer Regus und Excellent Business Center gehört auch noch Pedus Office, ein Ableger der Dussmann-Gruppe, die sich auf Gebäudedienstleistungen wie Facility Management, Catering und Hausverwaltung spezialisiert hat, zu den Großen der Branche und unterhält 10 Offices in 9 Städten - teils komplette Center, teils aber nur Repräsentanzen, die sich auf zwei oder drei Etagen in Bürogebäuden erstrecken.

"Zu unserer klassischen Zielgruppe gehören Unternehmen, die zuerst mal einen Standort brauchen - auf Dauer oder nur für begrenzte Zeit - und sich später ein eigenes Büro mieten", erläutert Michaela Mehls von Pedus Office die Strategie. Aber auch Ein-Mann-Betriebe wie Unternehmensberatungen oder Anwaltskanzleien gehören zur Mieterschaft des Unternehmens: Zwischen 360 Euro (Dresden) und 800 Euro (Düsseldorf) kostet im Monat ein Büro, Sekretärin inklusive.

Ansprechende Adresse

"Für eine eigene Immobilie ist unsere Firma einfach noch zu klein", meint Werner May, technischer Leiter der Softwarefirma "Magma Design Automation", die sich mit fünf Mitarbeitern im Münchener Regus-Center eingemietet hat. "Solange nicht absehbar ist, wie das Unternehmen sich auf Dauer entwickelt, sind Mietverträge einfach zu langfristig. Hier haben wir monatsweise gemietet und sind absolut flexibel, können je nach Bedarf Räume dazu mieten oder wieder abgeben."

Doch nicht nur für junge Unternehmen ist der Einzug ins Business-Center ideal: Wer einfach nur eine ansprechende Adresse braucht, für den ist es eine Lösung. Gemietet wird tage-, wochen- oder monatsweise. Kurzfristig kann man weitere Räume auf dem gleichen Flur oder eine Etage darüber anmieten. "So schaffen wir unseren Kunden die Möglichkeit, ganz schnell zu wachsen oder Räume wieder abzugeben, falls sie nicht mehr gebraucht werden. Unsere Gebäude sind selbst nur geleast, so sind auch wir immer flexibel", führt Regus-Deutschland-Chef Michael Karl Barth aus.

Büroausstattung und Mobiliar, Farben und Service sind Standard, so wissen Kunden, was sie erwartet. Auch wer nur mal kurzfristig eine repräsentative Adresse in guter Großstadtlage braucht, kann sich ans Business-Center wenden: Neue lukrative Geschäftspartner und Kunden brauchen schließlich nicht zu wissen, dass man normalerweise im heimischen Dachkämmerchen arbeitet. Man lädt sie zu einem Meeting ins Business Center ein, wo die vermeintlich eigene Sekretärin den Kaffee serviert.

Alles ist Fassade

Darüber hinaus gibt es einen Link-Service: eine Geschäftsadresse für Telearbeiter, die eigentlich nur auf dem Papier besteht. Der Kunde mietet tatsächlich kein Büro. Darauf hat sich Pedus Office spezialisiert. Ab 105 Euro im Monat ist eine Postadresse am Potsdamer Platz in Berlin oder auf der Düsseldorfer Königsallee zu haben. Bei Excellent Business Center kostet ein solches virtuelles Büro in bester Citylage zwischen 100 und 250 Euro im Monat. Zum Service gehört, dass Telefonate im Namen des Kunden angenommen, seine Post ihm weitergeleitet wird und er gelegentlich auch die dortigen Konferenzräume nutzen kann. Auch ein eigenes Firmenschild darf - zwischen unzähligen anderen - am Centereingang prangen. Alles ist Fassade. Ein Unternehmen, das im Zuge des Outsourcings gleich einen großen Teil seiner Belegschaft in Business Centern untergebracht hat, ist der IT-Riese Compaq. Allein in Großbritannien arbeiten rund 450 Compaq-Mitarbeiter in Business Centern in London, Birmingham und Leatherhead. Compaq-Vizepräsident und CEO Rene Schuster: "Durch das Outsourcen von Büroräumen machen wir uns frei von langfristigen Mietverträgen. Trotzdem haben wir ein professionelles Umfeld mit allen Büro-Dienstleistungen."

Der Flexibilität sind anscheinend keine Grenzen gesetzt: Die Möglichkeit, im Halbstundentakt ein Mini-Büro zu mieten, haben Geschäftsreisende neuerdings auf dem Münchener Flughafen: Das Regus Innovation Center zwischen Terminal 1 und 2 stellt Arbeitsplätze mit ISDN- und Internetanschluss zur Verfügung, die ab 30 Minuten aufwärts gebucht werden können: vom richtigen Konferenzraum bis hin zum Mini-Office mit Glaswänden und Stehpult - und dem alten, fast vergessenen Telefonzellen-Gefühl inklusive.

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