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Rehhagel mit Prestige-Erfolg - Matthäus besiegt Vogts

Eine peinliche Pleite für Italien, mühsame Unentschieden für Frankreich und die Niederlande: Für die „großen“ Fußball-Nationen gestaltete sich der Neuanfang nach der enttäuschenden Europameisterschaft schwieriger als erhofft.

dpa HAMBURG. Eine peinliche Pleite für Italien, mühsame Unentschieden für Frankreich und die Niederlande: Für die "großen" Fußball-Nationen gestaltete sich der Neuanfang nach der enttäuschenden Europameisterschaft schwieriger als erhofft.

Otto Rehhagels griechische EM-Helden bestanden hingegen den ersten Härtetest nach dem Triumph von Lissabon mit einem 0:0 in Tschechien. Auch die Ungarn mit ihrem deutschen Trainer Lothar Matthäus können nach dem 3:0-Erfolg bei den von Berti Vogts trainierten Schotten mit viel Selbstvertrauen in die bevorstehende WM-Qualifikation gehen.

"Lippi, was für ein hässlicher Start", titelte die italienische "Gazzetta dello Sport" nach dem 0:2 in Island. Der Trapattoni- Nachfolger nahm die Niederlage beim "Fußball-Zwerg" noch mit Humor: "Es tut mir Leid, aber die Debüts verpatze ich immer. Der Wille auf dem Platz war da, mehr aber nicht", sagte der ehemalige Coach von Juventus Turin. Weitaus größere Sorgen um den Zustand der "Squadra Azzura", die in der WM-Qualifikation am 4. September zunächst auf Norwegen trifft, machte sich Marcello Lippis Torwart Gianluigi Buffon: "Das war ein moralischer Tiefschlag. Vielleicht werden wir auch überschätzt."

Die Franzosen kamen im Spiel eins nach der "Ära Zidane" ebenso wenig über ein Unentschieden hinaus wie die Niederländer beim Debüt von "Bondscoach" Marco van Basten. Das Oranje-Team musste sich in Schweden mit einem 2:2 begnügen. Van Basten war dennoch zufrieden: "Gegen Ende der ersten Halbzeit haben wir uns gesteigert und nach der Pause gut gespielt", meinte er. Der ehemalige Weltklasse-Stürmer sah aber auch Schwächen: "Diese Partie hat gezeigt, dass wir uns in der Defensive verbessern müssen."

Vor einem radikalen Schnitt steht die "Equipe Tricolore" nach dem Rücktritt der "goldenen Generation" um Zinedine Zidane, Bixente Lizarazu und Lilian Thuram. "Wir sind ein hohes Tempo gegangen, haben aber im Abschluss versagt", sagte der neue Trainer Raymond Domenech nach dem 1:1 gegen Bosnien-Herzegowina. In Eric Abdival, Sebastien Squillaci, Rio Maruba und Patrick Evra gab er gleich vier Debütanten die Chance, sich zu bewähren, und setzte ein Zeichen für den Neuaufbau.

In Griechenland wähnen die Medien den Europameister weiter auf dem Höhenflug. "Als ob kein Tag vergangen wäre", schrieb die Sportzeitung "Sporttime" nach dem torlosen Remis in der Neuauflage des EM- Halbfinales. Erfolgscoach Rehhagel war bemüht, die Euphorie zu bremsen: "Jeder hat gesehen, dass wir noch eine Menge Arbeit vor uns haben. Schon das erste WM-Qualifikationsspiel in Albanien wird ein schwerer Gang für uns."

Berti Vogts dagegen gerät nach der höchsten Heimniederlage der "Bravehearts" seit 31 Jahren immer stärker unter Druck. "Vogts wird sich nicht mehr lange hinter seiner üblichen Behauptung verstecken können, dass Freundschaftsspiele keine zuverlässigen Indikatoren für den Wert seiner Arbeit als Trainer sind", schrieb die Tageszeitung "The Scotsman" in ihrer Online-Ausgabe. Beim schottischen Team seien "keinerlei Fortschritte" erkennbar. Ungarn bestätigte mit dem klaren Sieg im Hampden Park die starke Leistung beim 2:0-Erfolg vor knapp elf Wochen über Deutschland und strebt mit Matthäus die erste WM- Teilnahme seit 1986 an.

Während auch England (3:0 gegen die Ukraine), Spanien (3:2 gegen Venezuela), Kroatien (1:0 gegen Israel) und Dänemark (5:1 in Polen) zum Teil überzeugende Testspiel-Erfolge feiern konnten, ging es für acht europäische Teams bereits um Qualifikationspunkte. Dabei verschaffte sich Rumänien durch den 2:1-Erfolg gegen Finnland eine gute Ausgangsposition in Gruppe 1.

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