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Rehhagel und seine Griechen unter Druck

Die Türkei empfängt die Ukraine zum Spitzenspiel in Istanbul, doch im Blickpunkt des europäischen Qualifikations-Spieltags für die WM 2006 stehen Otto Rehhagel und seine Griechen.

dpa DÜSSELDORF. Die Türkei empfängt die Ukraine zum Spitzenspiel in Istanbul, doch im Blickpunkt des europäischen Qualifikations-Spieltags für die WM 2006 stehen Otto Rehhagel und seine Griechen.

Nach dem dürftigen Start in der Gruppe zwei mit der Niederlage in Albanien (1:2) und zwei Remis gegen die Türkei (0:0) und die Ukraine (1:1) steht der Europameister im Heimspiel gegen Kasachstan unter Zugzwang. "Ganz klar, es muss ein Sieg her. Wenn wir gegen Kasachstan verlieren, haben wir bei der WM in Deutschland nichts zu suchen", sagte Rehhagel vor dem Schlüsselspiel in Athen.

Alles andere als ein Erfolg wäre für "König Otto" eine herbe Enttäuschung. Zwar muss er in Griechenland weniger um seine Reputation fürchten, doch die EM-Euphorie in seiner Wahlheimat wäre wohl endgültig verflogen. "Natürlich hat sich der Druck verstärkt, weil wir aus drei Spielen erst zwei Punkte geholt haben", räumt Rehhagel ein, der auf Tore des Bremer EM-Helden Angelos Charisteas hofft. Dass der Werder-Profi zurzeit beim Meister nicht erste Wahl ist und daher über wenig Spielpraxis verfügt, wurmt Rehhagel: "Er ist eineinhalb Jahre in Bremen und durfte sich selbst als Europameister nicht seinen Möglichkeiten entsprechend präsentieren. Sollte sich die Situation nicht verbessern, müssen Konsequenzen gezogen werden."

Neben Charisteas sind am letzten Spieltag des Jahres weitere Bundesliga-Legionäre für ihre Nationalmannschaften am Ball. Dänemark tritt mit Bochums Peter Madsen und Bremens Daniel Jensen in Georgien an. Besondere Brisanz aber verspricht das Top-Spiel in der Gruppe 2. Am Samstag waren Hamit Altintop (Schalke) und Yildiray Bastürk (Hertha) noch direkte Konkurrenten. Nun wollen sie Seite an Seite in der türkischen Auswahl (6 Punkte) mit einem Sieg gegen die Ukraine den Gegner als Spitzenreiter ablösen. Bisher gab es nur zwei Freundschaftsspiele zwischen den Teams in der Türkei. 1996 siegte der Gastgeber 3:2, im Februar 2003 trennte man sich 0:0.

"Wir spielen zu Hause vor 55 000 im Fenerbahce-Stadion und sind daher klarer Favorit. Ich gehe davon aus, dass wir gewinnen", sagte Altintop selbstbewusst. Der 21 Jahre alte Schalker will mit der Auswahl des WM-Dritten von 2002 unbedingt beim Weltturnier in Deutschland dabei sein. "Wenn das in die Hose ginge, wäre ich sehr enttäuscht." Beim Gegner hofft der formstarke Leverkusener Andrej Woronin auf einen Platz in der Startelf als hängende Spitze neben AC Mailands Superstar Andrej Schewtschenko. Der Torschützenkönig der Serie A, der die EM in Portugal mit der Ukraine verpasste, träumt ebenso heftig von der WM: "Wenn mir es nicht gelingt, an einem großen Turnier teilzunehmen, wird meine Karriere nie einen außerordentlichen Charakter haben."

Spannend geht es in ganz Europa zu. Die vom neuen "Bondscoach" Marco van Basten rainierten Niederländer sind mit Bayern-Stürmer Roy Makaay und HSV-Abwehr-Ass Khaled Boulahrouz nach Barcelona gereist und können mit einem Sieg gegen Andorra die Führung in der Gruppe 1 erobern. Dazu aber müssen sie auf einen Fehltritt von Spitzenreiter Rumänen in Armenien hoffen. Die Tschechen wollen in dieser starken Gruppe mit einem Erfolg in Mazedonien Anschluss nach oben finden. Für die Leid geprüften BVB-Profis Tomas Rosicky und Jan Koller bietet sich wie für Vratislav Lokvenc (Bochum) und Marek Heinz (Mönchengladbach) Gelegenheit, mit der Elf von Karel Brückner Selbstbewusstsein zu tanken.

Ein wichtiges Spiel steht auch in Gruppe acht an. Dabei trifft Ungarns Coach Lothar Mattäus seinen deutschen Kollegen Horst Heese. "Wenn wir uns Hoffnung auf die WM machen wollen, ist ein Sieg auf Malta Pflicht", betonte Matthäus, der Pal Dardai (Berlin) und Zoltan Szelesi (Cottbus) in seinen Kader berief. Zwei namhafte Bundesligaprofis müssen dagegen in Gruppe sieben auf ihr Duell verzichten. Schalkes Mladen Krstajic sagte seinen Einsatz für Tabellenführer Serbien und Montenegro in Belgien wegen einer Verletzung ebenso ab wie bei den "Roten Teufeln" HSV-Stürmer Emile Mpenza.

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