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Rehhagel warnt vor schwerer Qualifikation

62 Tage nach dem sensationellen EM-Titelgewinn in Portugal nimmt Otto Rehhagel mit seinen hellenischen Himmelsstürmern den nächsten Coup in Angriff.

dpa HAMBURG. 62 Tage nach dem sensationellen EM-Titelgewinn in Portugal nimmt Otto Rehhagel mit seinen hellenischen Himmelsstürmern den nächsten Coup in Angriff.

Doch trotz des Siegeszuges bei der Euro 2004 bleibt sich der deutsche Erfolgstrainer treu und warnt vor den hohen Hürden für Überraschungs-Europameister Griechenland in der Ausscheidung zur Weltmeisterschaft 2006. "Die Aufgabe ist schwer. Wir träumen davon, in Deutschland dabei zu sein und arbeiten hart daran. Aber schon die ersten zwei Spiele werden entscheidend sein", sagte Rehhagel vor den Prüfungen in Albanien am 4. September und vier Tage später gegen den Erzrivalen Türkei in der Gruppe 2.

Ärger gibt es um die EM-Prämie. Nach Berichten griechischer Medien durfte jeder Akteur mit einer Million Euro rechnen. Nun will der Staat aber offenbar für alle 23 Mann nur vier Mill. (173 000 ? pro Nase) berappen. Zum Vergleich: Jeder griechische Goldmedaillen-Gewinner von Athen erhielt 190 000 ?. "Jedem Spieler steht eine Million zu. Sie haben die Leute zum Feiern auf die Straße gebracht, nicht die Olympia-Medaillengewinner", wird der Präsident des Fußball- Verbandes EPO, Vassilis Gagatsis, zitiert. Der Verband soll bereit sein, den Bonus für jeden Spieler auf 700 000 ? zu erhöhen, berichteten mehrere griechische Zeitungen.

Mit 21 ?pameistern will Rehhagel die Basis zur WM-Teilnahme legen. In der Ruhe des Trainingscamps von Bad Ragaz/Schweiz, in dem Journalisten nicht erwünscht waren, bereitete er den Auftritt in Tirana vor, wo die Albaner seit drei Jahren kein Heimspiel verloren haben und wo es zum brisanten Wiedersehen mit Hans-Peter Briegel kommt. Vor sieben Jahren verlor der damalige Manager Briegel beim 1. FC Kaiserslautern im Streit mit Trainer Rehhagel und musste gehen. Auf die Frage, ob er "König Otto" die Hand reichen werde, sagte Briegel: "Das würde ich schon tun, aber der Herr Rehhagel guckt mich ja nicht an."

Lothar Matthäus will Ungarn die deutsche Siegermentalität einimpfen und die erste WM-Teilnahme seit 1986 erreichen. "Ich bin sicher: Wenn wir an uns glauben, können wir nicht nur gute Resultate erreichen, sondern mit etwas Glück auch 2006 in Deutschland dabei sein", sagte der Rekord-Internationale. Sein Team muss sich in Gruppe acht gegen Kroatien, Schweden, Bulgarien, Island und Malta behaupten. "Ein guter Start wäre enorm wichtig", forderte Matthäus vor dem schweren Auftaktspiel in Zagreb gegen Kroatien.

Ersten Ärger musste bereits der neue Coach des ehemaligen Welt- und Europameisters Frankreich ausstehen. Raymond Domenech trete wie ein General auf, hieß es aus Spielerkreisen. "Ich bin kein General, ich bin eher der Oberst. Der General befiehlt. Als Oberst kann ich dirigieren", konterte der Santini-Nachfolger. Er muss in Paris gegen Israel erstmals die zurückgetretenen Asse Zidane, Thuram, Desailly und Lizarazu sowie Stammkeeper Barthez (verletzt) ersetzen. Domenech: "Andere müssen nun Verantwortung übernehmen."

Gleiches gilt für Italien, wo der neue Trainer gegen Norwegen vier Leistungsträger und letztmals Top-Star Totti nach dessen Spucksperre ersetzen muss. "Wir müssen die Liebe der Fans und Selbstvertrauen zurückgewinnen", betonte Marcello Lippi. Vor Selbstvertrauen strotzt dagegen Sven-Göran Eriksson. Der schwedische Coach der Engländer will mit einem Sieg in Österreich zur WM durchstarten. "Wir sind fast auf dem gleichen Niveau wie Brasilien oder Portugal", meint Eriksson. "Wir brauchen ein bisschen Glück, dann können wir 2006 ganz an der Spitze sein."

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