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Rehhagel will EM-Titel: «Nichts ist unmöglich»DPA-Datum: 2004-07-02 09:34:52

Porto (dpa) - Tausende griechische Fußball-Fans in Porto und Hunderttausende in der Heimat haben nach dem sensationellen Einzug ihrer Nationalmannschaft in das Endspiel der Europameisterschaft die Nacht zum Tag gemacht.

Porto (dpa) - Tausende griechische Fußball-Fans in Porto und Hunderttausende in der Heimat haben nach dem sensationellen Einzug ihrer Nationalmannschaft in das Endspiel der Europameisterschaft die Nacht zum Tag gemacht.

Im Mittelpunkt der Jubelfeiern standen der deutsche Trainer Otto Rehhagel und Abwehr-Hüne Traianos Dellas, der mit seinem «Silver Goal» für den 1:0-Sieg der Griechen im Halbfinale gegen den Favoriten Tschechien gesorgt hatte. «Diese Nacht gehört den Griechen», erklärte Matchwinner Dellas.

Rehhagel gestattete seinen Spielern nach dem historischen Erfolg allerdings nur eine kurze Feier im Quartier: «Wir werden heute ein Glas Wein trinken und uns dann auf das Finale vorbereiten», kündigte der 65-Jährige an. Denn den Griechen bleiben nach ihrem Sieg, den Dellas in der 105. Spielminute mit seinem Kopfball sicherte, nur zwei Tage zur Erholung für das Endspiel in Lissabon, in dem es gegen Gastgeber Portugal zur Neuauflage des Eröffnungsspiels kommt. Die Portugiesen hatten im ersten Halbfinale mit 2:1 gegen die Niederlande gewonnen.

«Auch im Endspiel sind wir der totale Außenseiter, aber im Fußball ist nichts unmöglich», erklärte Rehhagel, der überglücklich und mit empor gerecktem Daumen das Drachen-Stadion verließ. Vor 20 Tagen hatten die Griechen die Portugiesen im ersten Turnierspiel mit 2:1 bezwungen, jetzt könnte der seit 2001 in Griechenland arbeitende Rehhagel seine EM-Mission sogar mit dem Titelgewinn beschließen.

Eine konkrete Antwort blieb er schuldig auf die Frage, ob er nach dem Verzicht von Ottmar Hitzfeld auf den Posten des Bundestrainers der deutschen Nationalmannschaft wieder ein Kandidat als Nachfolger für den zurückgetretenen Teamchef Rudi Völler sei. «Meine ganzen Gedanken waren heute nur bei meinen Spielern. Und jetzt hat die Mannschaft das Recht, und ich habe die Verpflichtung, nur mit meiner Mannschaft zu sprechen und über deren Probleme», sagte er.

In Griechenlands Hauptstadt Athen feierten die Menschen mit Leuchtkugeln und Feuerwerk den Sieg ihrer Nationalmannschaft. Im ganzen Land kannte der Jubel praktisch keine Grenzen. Der griechische Ministerpräsident Kostas Karamanlis gratulierte Rehhagel und den Spielern. Er kündigte außerdem an, dass er zum Endspiel nach Portugal reisen werde. Der einzige traurige Akteur im griechischen Jubel war Georgios Karagounis, der für das Finale nach der zweiten Gelben Karte gesperrt ist.

Enttäuscht verließen die Tschechen das Drachen-Stadion von Porto. Trainer Karel Brückner wich unmittelbar nach dem Spiel der Frage aus, ob er die Mannschaft auch zur Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland führen wolle. «Es ist zu früh, direkt nach dem Spiel über die Zukunft zu reden», sagte er. Nach zuvor vier Siegen scheiterten die Tschechen im fünften Turnierspiel am Abwehrbollwerk der Griechen und beklagten den Erfolg des Defensiv-Systems über die eigene offensive Spielweise: «Das Turnier hätte ein offensiveres Finale verdient gehabt, wir gegen Portugal», sagte der für Borussia Dortmund spielende Tomas Rosicky.

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