Rehmer kommt, Lauth zur „U 21“
Völler gibt Stürmern Rückendeckung

Marko Rehmer kommt doch, Benjamin Lauth muss gehen: 24 Stunden vor dem Treffpunkt der Fußball-Nationalmannschaft in Neu-Isenburg hat DFB-Teamchef Rudi Völler am Montag die letzten offenen Personalfragen vor den beiden entscheidenden Länderspielen um das Ticket zur Fußball-Europameisterschaft 2004 in Portugal geklärt.

HB/dpa MÜNCHEN/KÖLN. "Ich tippe mit dem Herzen auf zwei Siege. Aber ich wäre schon mit einem Unentschieden in Island zufrieden, dann zu Hause Schottland und Island schlagen - dann wären wir Gruppen-Erster", skizzierte "Chefkritiker" Franz Beckenbauer am Montag bei einer Veranstaltung für die WM 2006 in Köln die Minimalforderung der Öffentlichkeit.

Nachdem das Fieber bei dem an einer Blinddarm-Reizung erkrankten Rehmer über Nacht gesunken war, musste Völler den Abwehrspieler von Hertha BSC am Montag doch nicht aus seinem Aufgebot streichen. "Marko wird zum Treffpunkt anreisen. Er bekommt am Dienstag noch trainingsfrei. Aber ich rechne damit, dass er spätestens am Mittwoch wieder ins Training einsteigt", berichtete Völler.

Im Duell der Jung-Nationalspieler Benjamin Lauth (1860 München) und Kevin Kuranyi (VfB Stuttgart) um die Joker-Rolle im Sturm des Vize-Weltmeisters hielt der Teamchef dagegen an seinem Wechselspiel fest. Im Gegensatz zur 0:1-Niederlage im Freundschaftsspiel gegen Italien muss dieses Mal wieder Lauth zu den "U 21"-Junioren, während "Kevin Kuranyi bei uns bleibt", so Völler. "Das gilt für das erste Spiel", betonte Völler allerdings und hielt sich damit alle Optionen für die zweite Begegnung am 10. September in Dortmund gegen die vom ehemaligen Bundestrainer Berti Vogts trainierten Schotten offen.

Denn auch wenn am kommenden Samstag (19.30 MESZ/ARD) in Reykjavik und vier Tage später in Dortmund alle Augen auf das mögliche Comeback von Sebastian Deisler in der Nationalmannschaft gerichtet sein werden, stehen gegen Island und Schottland die Stürmer besonders im Blickpunkt. Nach der Nullnummer gegen Italien "müssen vor allem wir es jetzt krachen lassen", weiß der Berliner Fredi Bobic. Er hofft, trotz muskulärer Beschwerden bis Samstag wieder topfit zu sein. Auch WM-Held Miroslav Klose sieht die "Stürmer ganz besonders gefordert", sagte aber auch: "Dennoch haben wir kein Stürmerproblem."

Der ehemalige Weltklasse-Angreifer Völler nimmt seine Stürmer vor den beiden "Spielen der Wahrheit" ausdrücklich in Schutz: "Es ist ja nicht so, dass die Jungs nicht wollen. Sie wollen doch auch treffen", warb der Weltmeister von 1990 um Nachsicht. Trotzdem will Völler die vier Trainingseinheiten bis zum Island-Spiel dazu nutzen, "ein paar Dinge auszuprobieren". Denn Tore, für die auch der gegen Italien verletzt fehlende Mittelfeld-Chef Michael Ballack sorgen soll, sind unbedingt nötig, um in den beiden Länderspielen das erklärte Ziel zu erreichen. Völler: "Wir wollen die Tabellenführung zurück erobern."

Island führt vor dem Qualifikations-Endspurt in der Gruppe fünf mit zwölf Punkten vor Deutschland (11) und Schottland (8). Allerdings haben die Isländer eine Partie mehr ausgetragen als ihre Verfolger. Mit zwei Siegen könnte die deutsche Mannschaft bereits vor dem letzten Gruppenspiel am 11. Oktober in Hamburg gegen Island die direkte EM- Qualifikation perfekt machen. Wie DFB-Präsident Gerhard Mayer- Vorfelder schon vor dem Lösen des EM-Tickets einen Einzug ins EM- Halbfinale als Ziel für Portugal auszugeben, hält Ballack für falsch: "Es bringt nichts, ein Dreivierteljahr vor der EM Ziele zu setzen, wenn wir uns noch gar nicht qualifiziert haben."

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