Reichweiten für Zeitschriften und Zeitungen in der Leseranalyse „Entscheider 2000“ gestiegen
Deutsche Führungskräfte finden wieder mehr Zeit zum Lesen

Die neuen Wirtschaftstitel haben die Position der etablierten Blätter bei den sogenannten Entscheidern bisher nicht ins Wanken gebracht. Die Rangfolge veränderte sich jedoch: Das "Handelsblatt" zog an der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vorbei; bei den Magazinen verlor der "Spiegel" seine Spitzenposition an "Focus". In Zukunft sollen die Daten im Zweijahresturnus erhoben werden.

hz/tel FRANKFURT/M. Die Top-Entscheidungsträger in Deutschland lesen angesichts des Booms an neuen Wirtschaftstiteln mehr als noch vor drei Jahren. Nach der am Dienstag vom Gesamtverband Werbeagenturen (GWA) vorgelegten Leseranalyse "Entscheidungsträger 2000" ging die wachsende publizistische Konkurrenz bisher nicht zu Lasten der etablierten Blätter.
Erreichten die 23 Zeitungen und Zeitschriften, die sowohl in der Vorgängerstudie als auch in der aktuellen Erhebung erfasst wurden, vor drei Jahren durchschnittlich 9,2 % der Entscheider, sind es 2000 im Schnitt 9,6 %. Das "Handelsblatt" konnte dabei einen deutlichen Reichweiten-Zuwachs bei den Führungskräften verbuchen und die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) an der Spitze der erfassten fünf überregionalen Tageszeitungen ablösen.

Mit einem Sprung von 10,4 % auf 14 % findet das Handelsblatt nach der aktuellen Studie nunmehr die größte Reichweite unter den Zeitungen (insgesamt 291 000 Leser pro Ausgabe). Rund 13,3 % (278 000) griffen zur "FAZ". Die "Süddeutsche Zeitung" kommt auf 9,9 % (206 000), die "Welt" auf 7,3 % (153 000) und die "Frankfurter Rundschau" auf 3,3 % (69 000).

Financial Times und Telebörse noch nicht in Erhebung enthalten

Die neuen Titel "Financial Times Deutschland", "Focus Money", "Aktien Research" sowie die "Telebörse" konnten angesichts des Erhebungszeitraums zwischen Oktober 1999 und Februar 2000 noch nicht berücksichtigt werden.

Die Leseranalyse "Entscheider 2000" (LAE) gilt als führende Untersuchung für die Media-Planung im Business-to-Business-Sektor in Deutschland. Der Vergleich der aktuellen Studie mit der letzten Erhebung von 1997 ist nur eingeschränkt möglich, da die neue Studie insgesamt mehr Entscheidungsträger in Deutschland ausweist. Während die Gesamtheit der Untersuchung 1997 rund 1,88 Mill. Entscheider waren, sind es in der aktuellen Untersuchung 11 % mehr. Das ist vorwiegend auf die drastische Zunahme der Zahl der in der Studie berücksichtigen Selbstständigen zurückzuführen.

Focus schiebt sich vor den Spiegel



Im Durchschnitt lesen die deutschen Entscheidungsträger 2,3 Titel der erfassten Zeitschriften und Zeitungen. Unter den Magazinen verlor "Der Spiegel" nach der aktuellen Studie seine traditionelle Spitzenposition in der Zielgruppe der Entscheidungsträger an "Focus", das nun mit einer Reichweite von 28,9 % (603 000) vor der Hamburger Konkurrenz mit 26,0 % (543 000) rangiert. Der "Stern" blieb mit 22,5 % (496 000) auf Platz drei.

Der anhaltende Börsenboom bescherte auch den Wirtschaftsmagazinen Reichweitengewinne. Das drückt sich nicht nur in satten zweistelligen Auflagenzuwächsen in diesem Segment aus, wie sie die IVW für die vergangenen beiden Quartal meldet. Die LAE 2000 dokumentiert diese Entwicklung ebenfalls. So kletterte die Reichweite der "Wirtschaftswoche" vom 9,8 % auf 11,3 %, (236 000), "DM" von 8,9 % auf 9,5 % (198 000). "Börse Online" wuchs von 2,5 auf 5 % Reichweite (105 000). Gemessen an den absoluten Leserzahlen legten auch "Capital", "Manager Magazin" und "Impulse" zu, wobei die relative Reichweite - wegen der gewachsen Zahl an erfassten Titeln - leicht zurückging. Einbezogen wurden dieses Jahr 28 Titel, darunter erstmals die Magazine "Bizz" und "Finanzen" sowie das Wochenblatt "Euro am Sonntag". Nicht mehr erfasst wurde der "Bayernkurier".

>"Euro am Sonntag" aus dem Axel Springer Verlag wird von 72 000 Entscheidern gelesen und kommt damit auf eine Reichweite von 3,4 %. "Finanzen" (an dem Springer ebenfalls beteiligt ist) erzielt in dieser Zielgruppe eine Reichweite von 5,2 % (108 000). "Bizz", das für jüngere Leser positionierte Wirtschaftsmagazin von Gruner+Jahr, hat laut Untersuchung 2,6 % Reichweite und 54 000 Leser.

Die LAE 2000 repräsentiert 2,087 Millionen Entscheider in Wirtschaft und Verwaltung sowie qualifizierte Fachkräfte mit hohem Einkommen. Dazu wurden 10 319 Interviews geführt.
Künftig soll die Leseranalyse Entscheider nach Vorstellungen der Arbeitsgemeinschaft von ihrem drei- auf einen zweijährigen Turnus umgestellt werden. Angesichts der rasanten Entwicklung im Markt sei ein dreijähriger Rhythmus obsolet geworden, sagte Michael Walter vom Gruner + Jahr.

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