"Reife Aktionäre kennen auch eine Durststrecke"
Verluste der T-Aktie kein Rückschlag für Aktienkultur

Die jüngste Talfahrt der T-Aktie und der Kurse am Neuen Markt haben nach Einschätzung des Deutschen Aktieninstituts (DAI) nicht zu einer Belastung der Aktienkultur in Deutschland geführt. "Der reife Aktionär weiß, dass es an der Börse auch einmal eine Durststrecke gibt", sagte DAI-Chef Rüdiger von Rosen am Dienstag in Frankfurt.

Reuters FRANKFURT. Er habe nicht den Eindruck, dass die Anleger in Deutschland zu der Einschätzung neigten, dass es an den Aktienmärkten nur nach oben gehe. Zwar hätten die Kursverluste an den deutschen und internationalen Börsen der Aktien-Euphorie einen "Dämpfer" verpasst. Ein nachhaltiger Schaden für die noch junge Aktienkultur sei jedoch nicht entstanden.



Die Aktie der Deutschen Telekom war Mitte Februar auf ihren niedrigsten Stand seit mehr als zwei Jahren gefallen und notierte in den vergangenen Tagen mit einem Kursniveau von rund 25 Euro mehr als drei Viertel unter ihrem Höchststand von knapp 105 Euro im vergangenen März. Zu Beginn dieser Woche erholte sich der Titel allerdings auf knapp 28 Euro. Einen Dämpfer hatte das Papier erhalten, als die Telekom jüngst die Neubewertung ihrer Immobilien ankündigte, wodurch der Überschuss des vergangenen Geschäftsjahr empfindlich geschmälert wird. Auch am Wachstumssegment Neuer Markt, in das viele Privatanleger investieren, waren zahlreiche Kurse in den vergangen Wochen auf Rekordtiefststände abgesackt.

DAI-Chef von Rosen verwies darauf, dass die Aktionäre der Telekom trotz der Einbußen der vergangenen Wochen nach wie vor einen zweistelligen prozentualen Kurszuwachs im Vergleich zum Emissionspreis im November 1996 erzielt hätten. Generell böten sich langfristig orientierten Aktionären auch nach den Rückschlägen am Neuen Markt weiter zweistellige Renditeaussichten, fügte er hinzu. "Wir brauchen mündige, kritische Anleger, die wissen, dass eine Aktie ein Risikopapier ist", sagte von Rosen. Ausnahmen bildeten allerdings wenige Einzelfälle vor allem am Neuen Markt, sagte von Rosen mit Blick auf die enttäuschenden oder gar irreführenden Nachrichten einiger Unternehmen. "Diese Vorgänge müssen kritisch hinterfragt werden, und wir müssen nachdenken, wie wir hier zu Sanktionen kommen", sagte der DAI-Chef.

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