Reihe von Umsatzwarnungen
Europäische Börsen schließen leichter

Reuters. Die europäischen Börsen haben am Freitag mehrheitlich im Minus geschlossen, teilweise gezogen von massiven Verlusten bei Technologiewerten. Händler führten das auf eine Reihe von Umsatzwarnungen sowie auf eine im Markt erwartete Gewinnwarnung des Software-Riesen Microsoft zurück. "Meiner Meinung nach stehen die Chancen 50:50, dass es (eine Gewinnwarnung von Microsoft) passiert. Ganz offensichtlich ist Microsoft ein Kandidat dafür", sagte ein Händler in Paris. Am Mittag hatte der Telekommunikationskonzern Nortel Networks mitgeteilt, im zweiten Quartal einen operativen Verlust von 1,5 Mrd. Dollar zu erwarten, und damit den Markt weiter nach unten gezogen. Auch das französische Technologie-Unternehmen ST-Microelectronics und der Elektronikkonzern Philips hatten niedrigere Umsätze prognostiziert.

Allerdings fielen die Kursabschläge an den US-Börsen Händlern zufolge moderater aus als vielfach vermutet. Die Technologiebörse Nasdaq verbuchte am frühen Abend ein Minus von 0,7 Prozent auf 2 029 Punkte, der Industriewerte-Index Dow Jones notierte 0,26 Prozent schwächer bei 10 662 Punkten.

"Angesichts der nicht allzu heftigen Kursabschläge in den USA, werden die schlechten Nachrichten von Nortel und Philips besser verarbeitet als vielfach vermutet", sagt ein Händler."

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz notierte zur selben Zeit mit 0,6 Prozent im Minus bei 4 072 Zählern, während der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) rund ein Prozent tiefer notierte bei 4 238 Punkten.

LONDON - Schwächer mit Banken im Minus

Die Londoner Börse schloss schwächer. Der FTSE-Index gab um 0,5 Prozent auf 5 723 Punkte nach. Insbesondere Banktitel verzeichneten Abschläge, nachdem die Royal Bank of Scotland geringere Margen auf Grund von niedrigeren Zinsen in Aussicht gestellt hatte. Die Aktien verloren 5,4 Prozent. Barclays-Papiere schlossen 1,5 Prozent schwächer.

ZÜRICH - Schwächer. Aber Plus bei Swissair

Die Schweizer Börse hat nach einer vorübergehenden Erholung die Verluste wieder ausgebaut und im Minus geschlossen. Händler sagten, der Verfall der Index-Produkte sei im Großen und Ganzen zwar mit großen Umsätzen, aber wenig spektakulär über die Bühne gegangen. Vielmehr habe der Markt unter der wachsenden Zahl von Gewinnwarnungen aus den USA und immer mehr auch aus Europa gelitten. Der Blue-Chip-Index SMI schloss mit einem Minus von 0,6 Prozent auf 7 328 Zähler. Die angeschlagenen Swissair und Sulzer beziehungsweise Sulzer Medica setzten dagegen gegen den Trend zu einer Erholung an. Swissair gewannen 3,4 Prozent, Sulzer und Medica machten sieben beziehungsweise elf Prozent gut.

PARIS - Schwach durch Technologiewerte

Die französischen Aktienwerte schlossen im Minus, der Blue-Chip-Index CAC-40 gab um ein Prozent auf 5 243 Zähler nach. ST-Microelectronics-Titel gaben nach ihrer Gewinnwarnung am Donnerstag 3,2 Prozent auf 37,30 Euro ab. Der Telekom-Ausrüster Alcatel geriet ebenfalls deutlich unter Druck. Der Wert schloss 4,5 Prozent schwächer bei 25,79 Euro.

MAILAND - Schwächer mit Telecom Italia im Minus

Die italienischen Aktienwerte haben den Handelstag in der Verlustzone beendet. Der Mib-30-Index schloss um 0,9 Prozent schwächer bei 37 352 Punkten. Telecom-Italia-Titel setzten ihre Talfahrt fort und büßten 2,5 Prozent auf 10,50 Euro ein. Olivetti-Titel gaben 0,8 Prozent auf 1,99 Euro ab. Zuschläge verzeichnete dagegen der Versorger Enel. Der Wert kletterte um 2,1 Prozent auf 3,93 Euro.

MADRID - Schwächer mit Verlusten bei Telefonica

Die Börse in Madrid schloss schwächer, der Ibex-35-Index fiel um 1,2 Prozent auf 9 363 Punkte. Deutliche Kurseinbußen verzeichnete Index-Schwergewicht Telefonica. Die Titel fielen um 3,16 Prozent auf 16,55 Euro. Auch das Reiseunternehmen Amadeus verzeichnete hohe Verluste. Der Kurs fiel um 4,15 Prozent auf 7,85 Euro.

AMSTERDAM - Schwach nach Philips-Warnung

Die niederländischen Aktienwerte haben unter Führung von Philips Verluste mit ins Wochenende genommen. Der AEX-Index schloss 1,77 Prozent schwächer bei 557,72 Punkten. Der Elektronikkonzern Philips hatte am Vormittag einen Gesamtjahresverlust in Aussicht gestellt. Die Aktien schlossen mit einem Abschlag von 4,3 Prozent bei 28,24 Euro. Auch der Telekomkonzern KPN setzte seine Verlustserie fort. Die Titel verloren 4,1 Prozent auf 6,52 Euro.

WIEN - Schwächer aber Libro im Plus

Die österreichischen Aktienwerte haben die Handelswoche im Minus beendet. Der ATX-Index schloss um rund ein Prozent schwächer bei 1 232 Zählern. Zu den Gewinnern zählten VA Stahl. Die Titel legten um mehr als ein Prozent zu auf 35,05 Euro. Deutliche Zuschläge verzeichnete auch das Handelsunternehmen Libro, die Aktien kletterten um 8,5 Prozent auf 4,59 Euro. Abgaben verzeichneten dagegen Austria Tabak und die Erste Bank. Der Tabakwert verlor knapp zwei Prozent auf 76 Euro, die Bank-Papiere gaben um 1,2 Prozent auf 59,04 Euro nach.

BRÜSSEL - Leichter mit Dexia und Fortis im Minus

Die belgischen Aktienwerte haben im Minus geschlossen, wobei der Bel-20-Index um rund ein Prozent tiefer auf 2 805 Punkten schloss. Die Aktien der Indexschwergewichte Dexia und Fortis gaben um 1,5 Prozent beziehungsweise 1,8 Prozent nach. Die Aktien von Union Miniere verloren 3,1 Prozent an Wert, was Händler auf Gewinnmitnahmen nach den jüngsten Zuwächsen des Papiers zurückführten.

STOCKHOLM - Dreht ins Plus - Technologiewerte fest

Die Stockholmer Börse hat nach einem schwachen Verlauf ins Plus gedreht. Der OMX-Index verbuchte ein Plus von 1,2 Prozent auf 866 Punkte. Händlern zufolge war der Markt in den vergangenen Sitzungen stark überverkauft und setzte nun zu einer technischen Reaktion an - ungeachtet der enttäuschenden Unternehmensnachrichten und Gerüchte über weitere Gewinnwarnungen. Ericsson legten um mehr als fünf Prozent zu, nachdem die Aktien im Tagesverlauf bereits um mehr als 2,8 Prozent gefallen waren. Nokia-Aktien, die zuvor um rund sieben Prozent verloren hatten, erholten sich auf das Niveau vom Vortagesschluss.

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