Reimann: Muss bezahlbar sein
Eintracht träumt von Möller-Comeback

Keine Punkte, kein Geld - doch bei Eintracht Frankfurt träumen manche trotzdem von einer besseren Zukunft. 24 Stunden vor dem wichtigen Bundesligaspiel am Samstag gegen Hertha BSC hat Vorstandschef Peter Schuster das Interesse des Tabellenletzten an einer Verpflichtung von Andreas Möller bekräftigt. "Wenn er sich für die Eintracht zerreißt, könnte er uns weiterhelfen", sagte Schuster am Freitag.

HB/dpa FRANKFURT. Schuster erklärte, ihm sei von einem befreundeten Anwalt signalisiert worden, dass sich der 35-jährige Welt- und Europameister ein Comeback am Main vorstellen könne. Doch Kontakt will der Vorstandsvorsitzende zu Möller nicht selbst aufnehmen, obwohl die Zeit auf Grund der am 31. August schließenden Transferliste drängt. "Der Anwalt ist mein Kontaktmann. Er erscheint mir seriös", erklärte Schuster seine unbedarft erscheinende Verhandlungstaktik.

Auch Trainer und Sportmanager Willi Reimann stünde einer Rückkehr des verlorenen Sohnes positiv gegenüber. "Mit dem Thema muss man sich intensiv auseinander setzen. Die entscheidende Frage dabei ist, ob ihn die Eintracht bezahlen kann. Mir wird immer wieder erklärt, es sei kein Geld da. Und es bringt doch nichts, jetzt 50 Millionen in die Grütze zu hauen und nächstes Jahr machen wir den Laden in der 2. Liga dicht", warnte Reimann vor finanziellen Drahtseilakten, wie sie die Eintracht in den vergangenen zehn Jahren vollführt hatte.

Möller hatte seine Karriere im Sommer bei Schalke 04 beendet. Anfang der Woche bezog der 85-malige Nationalspieler ein Einfamilienhaus in Bad Homburg unweit von Frankfurt. "Er will sich sportlich noch einmal beweisen", erläuterte Schuster die Motivation des Ruheständlers für ein mögliches Comeback an seiner alten Wirkungsstätte. Möller absolvierte von 1985 bis 1988 und dann noch einmal von 1990 bis 1992 insgesamt 104 Bundesligaspiele für die Eintracht. Ob er jedoch zum Nulltarif noch einmal die Stiefel schnürt, erscheint unwahrscheinlich.

Der Sparzwang könnte die Suche nach Verstärkungen (Schuster: "Wir wollen mindestens noch einen Spieler holen") und vor allem einem neuen Sportmanager jedoch zum Possenspiel werden lassen. Der Vorstandschef der Eintracht will den Posten nur kurzfristig vergeben, was ihm zuletzt eine Absage von Bernd Hölzenbein eingebracht hatte. "Ich erwarte Flexibilität. Für den Verein dürfen keine neuen Fixkosten entstehen", verdeutlichte Schuster, dass er keine langfristigen Verträge unterschreiben wird.

Zudem solle dem neuen Manager nur ein eingeschränkter Handlungsspielraum eingeräumt werden. Das letzte Wort bei der Neuverpflichtung von Spielern habe weiter der Trainer. Sollte der Verein sein Ziel Klassenverbleib wegen mangelnder sportlicher Erfolge frühzeitig revidieren müssen, wäre auch der Job des Sportmanagers hinfällig. Schuster glaubt trotz dieser nicht gerade lukrativen Stellenausschreibung daran, spätestens im September einen geeigneten Manager zu finden.

Zunächst steht aber die Mannschaft in der Pflicht, am Samstag gegen die "Alte Dame" von der Spree die ersten Punkte einzufahren. "Die Berliner stehen genauso wie wir unter Zugzwang. Aber wir wollen gewinnen, und ich traue der Mannschaft den Sieg auch zu", sagte Reimann, der den am Donnerstag von Bayer Leverkusen ausgeliehenen Rückkehrer Christoph Preuß in seinen 18 Spieler umfassenden Kader berief.

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