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Reiner Calmund wird „Big Boss“ bei RTL

Drei Monate nach seinem völlig unerwarteten Rücktritt als Manager des Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen hat Reiner Calmund einen neuen Job beim Fernsehen gefunden.

dpa KÖLN. Drei Monate nach seinem völlig unerwarteten Rücktritt als Manager des Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen hat Reiner Calmund einen neuen Job beim Fernsehen gefunden.

Der 55-Jährige wird also weder einen Managerposten beim VfL Wolfsburg, noch eine Beraterfunktion beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) antreten. Der ehemalige "XXL-Manager" wechselt von der Geschäftsstelle ins TV- Studio. Er verlässt die Bühne Bundesliga und heuert auf der Kommandobrücke eines TV-Senders an. Ab dem Herbst wird Calmund die Reality-Serie "Big Boss" beim Privatsender RTL moderieren.

"Wir suchen ehrgeizige, junge Führungspersönlichkeiten", sagte der Rheinländer. "Ich bin der Big Boss und entscheide, wer fliegt. Es gibt keinen Vorstand und keinen Aufsichtsrat." Mit dem Wechsel in das Fernsehgeschäft beendete Calmund auch die wochenlangen Spekulationen, die es zuletzt um ihn gegeben hatte. Bereits vor fünf Wochen habe er sich mit dem Sender über das Engagement geeinigt.

"Reiner Calmund steht für eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte", sagte RTL-Geschäftsführer Gerhard Zeiler, "er hat aus einem Provinzverein einen europäischen Spitzenclub geformt. Er ist ein Sympathieträger, der trotz aller Professionalität in erster Linie als Mensch auftritt". Mit Calmund habe RTL nicht nur einen erfolgreichen Manager, "sondern auch einen Boss gewonnen, der mit beiden Beinen im Leben steht". Der Unterhaltungschef des Kölner Senders, Tom Sänger, ergänzte: "Für mich ist er die Idealbesetzung. Uns ging es darum, einen Macher zu finden, der Macher findet. Und über seine Entertainer-Qualitäten muss ich wohl nichts mehr sagen."

In den elf rund einstündigen Folgen "zur Prime-Time" wird es nach dem amerikanischen Vorbild "The Apprentice" darum gehen, aus zwölf Kandidaten eine Person zu finden, die am Ende entweder 250 000 ? für eine Existenzgründung oder einen Top-Job in der Industrie erhält. Und Calmund entscheidet, wer dies sein wird.

Begleitet von einem enormen Medienaufgebot hatte Calmund um 11.10 Uhr das kleine Podium im 30. Stock des Kölnturms betreten. Links und rechts vom echten "Calli", der genüsslich an einem Mineralwasser nippte, schauten schon Stunden vor dem großen Auftritt zwei verschmitzt lächelnde "Leinwand-Callis" die Besucher an. Daumen und Zeigefinger streichelten das Kinn. "Damit habt ihr nicht gerechnet, was?", schienen die zwei überdimensionalen Fotos zu sagen.

"Ich bin Nachwuchs-Star und muss in diesem Bereich noch einiges lernen", sagte der studierte Betriebswirt, "vor allem darf ich die Sendezeit nicht sprengen". Nur wenige Tage ist es her, dass Calmund erklärte, "nach 27 Jahren im Zirkus Sarrasani" müsse er sich erholen und eine Fußballpause machen. Calmund betonte erneut, er komme "irgendwann wieder in den Fußball zurück, aber nicht mehr auf die Kommandobrücke".

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