Reingewinn fast verdreifacht
Micronas reduziert Umsatzprognosen

Der Reingewinn des Spezialchipherstellers Micronas hat sich im ersten Quartal 2003 auf 23,5 (Vorjahr 8,1) Mill. Franken fast verdreifacht. Der Umsatz lag mit 191,1 Mill. Franken fast 20 % über der entsprechenden Vorjahresperiode.

Reuters ZÜRICH. Für das Gesamtjahr nahm Micronas gemäss weiteren Angaben von Donnerstag allerdings die Umsatzprognosen zurück, was zu einem Einbruch des Aktienkurses führte.

Für das erste Halbjahr und das gesamte Jahr 2003 rechnet Micronas neu mit einem Umsatzwachstum im einstelligen Prozent-Bereich, nachdem das Unternehmen zuvor von einem Verkaufsanstieg von neun bis 16 % ausging. Seit Ende März seien auf breiter Front Aufträge im Bereich Consumer Electronics nach hinten verschoben worden, begründete Finanzchef Manfred Häner an einer Telefonkonferenz die Prognoserevision. Die Kunden, darunter zählen Konzerne wie Samsung oder Sony, hätten angesichts der politischen und konjunkturellen Lage ihre Lager überprüft und sich für die Verschiebung von Bestellungen entschlossen, erklärte Micronas-Chef Wolfgang Kalsbach.

Im zweiten Quartal dürfte sich aus diesem Grund ein Umsatzrückgang ergeben. Dass 2003 trotzdem ein Wachstum erwartet werden könne, liege daran, dass das zweite Semester dank des Weihnachtsgeschäftes traditionell besser sei. Das Ziel einer Reingewinn-Marge von 7,5 bis 8,5 % behalte das Unternehmen bei.

Die Analysten zeigten sich über die Aussagen von Micronas zum laufenden Jahr überrascht und kündigten die Reduzierung der Schätzungen an. Analyst Roger Steiner von der Bank Julius Bär wird eigenen Angaben zufolge auch seine Kaufempfehlung überprüfen. Bei Pictet hiess es dagegen, da die Visibilität gegenwärtig sehr gering sei, habe sich Micronas eventuell entschlossen, die Umsatzprognose lediglich aus Vorsicht zurückzunehmen. Auch Sarasin hält am Rating "buy" fest; die Aktien seien weiter unterbewertet.

Die Anleger reagierten deutlich; an einer um 1,1 % schwächeren Schweizer Börse brachen die Micronas-Aktien um 20 % auf 28,80 Franken ein. Die Titel haben im laufenden Jahr bis Mittwochabend allerdings fast 50 % an Wert gewonnen.

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