Reise nach Japan steht bevor
US-Finanzminister setzt auf beschleunigtes Wachstum

US-Finanzminister Paul O´Neill erwartet in den kommenden Monaten und im Jahr 2002 eine Beschleunigung des Wirtschaftswachstums in den USA. "Unsere Wirtschaft ist gesund und ich erwarte eine Beschleunigung des (BIP-) Anstiegs in den kommenden Monaten und 2002", sagte O'Neill am Mittwoch auf einem Pressetermin in Washington.

Reuters WASHINGTON. Allerdings könne die USA nicht allein Motor des globalen Wirtschaftswachstums sein. Japan müsse entschiedene Maßnahmen ergreifen, um seine Wirtschaft aus der seit Jahrzehnten andauernden Schwäche herauszuholen, forderte O'Neill. Zugleich machte der Minister deutlich, dass die US-Regierung unverändert an ihrer Politik des starken Dollar festhalte.

O'Neill sagte vor Journalisten, er stimme mit den privaten Instituten überein, die für 2002 ein US-Wirtschaftswachstum von 2,5 bis drei Prozent prognostizierten. Im Verlauf des Gesprächs änderte der Minister seine vorherige Aussage jedoch leicht auf 2,5 Prozent bis 3,5 Prozent. Damit lag er letztendlich im Rahmen der Prognose des Haushaltsbüros des Präsidialamtes vom August von 3,2 Prozent. Der kürzlich veröffentlichte nationale US-Einkaufsmanagerindex (NAPM) hätte gezeigt, dass das verarbeitende Gewerbe in den USA etwas an Fahrt gewinne, sagte O'Neill weiter. Die Zins- und Steuersenkungen seien angemessene Schritte zur Anregung des Wachstums.

O'Neill gab keine Antwort auf die Frage, ob auf seiner bevorstehenden Reise nach Japan die Wechselkursentwicklung ein Thema sein werde. Er sagte lediglich, die US-Regierung halte unverändert an ihrer Politik des starken Dollar fest und habe keine Absicht, diese zu ändern. Nach diesen Äußerungen stieg der Dollarkurs gegenüber dem Yen auf ein Zweiwochenhoch. In New York schloss die US-Währung mit 120,71/79 Yen, verglichen mit 119,18/28 Yen am Vortag.

In japanischen Regierungskreisen hatte es zuvor gehießen, die Aufwertung des Yen gegenüber dem Dollar behindere die Bemühungen zur Belebung der Wirtschaft. Japan stehe in Verbindung mit anderen Mitgliedern der sieben führenden Industrienationen (G7) wegen der Wechselkurse. Die G7-Finanzminister wollen am 28. September im Vorfeld der Jahrestagung von Weltbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) in Washington treffen. Zu den G7-Staaten gehören neben Japan und den USA, zudem Kanada, Frankreich, Deutschland, Großbritannien und Italien. O'Neill will am kommenden Wochenende auf einem Treffen der Asien-Pazifik-Wirtschaftskooperations-Gruppe in China teilnehmen und danach nach Japan reisen.

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