Reise-Reservierungssystem will Internet-Aktivitäten massiv ausbauen
Start Amadeus vor Partnerschaft mit Omnis-online

Das dominierende deutsche Reisereservierungssystem Start Amadeus GmbH , Bad Homburg, drängt massiv ins Internet. Noch im Juli wird die Lufthansa-Tochter eine strategische Partnerschaft mit der Handelsplattform omnis-online besiegeln. Die Verträge stünden kurz vor der Unterzeichnung, sagte Start-Chef Jürgen Büchy dem "Handelsblatt". Omnis-online gehört zu 50 % der Lufthansa IT-Services und bietet weltweit eine E-Commerce-Plattform für Touristik-Unternehmen an.

hz FRANKFURT/M. Start Amadeus werde sich überall da engagieren, wo auf elektronischem Wege Reisen verkauft würden, sagte Büchy. Rund 30 % des Umsatzes will Start in fünf Jahren mit dem Internet-Geschäft erzielen. Heute liegt der Anteil noch unter zwei Prozent.
Nach Büchys Auffassung wird der Umsatz der Reisebüros in den kommenden Jahren nicht mehr deutlich zunehmen. Das prognostizierte Wachstum werde vor allem in die Neuen Medien gehen, wie Internet und Breitband-TV.

Start Amadeus hat in Deutschland einen Marktanteil von 85 % unter den Reisebüros. Das Reisebuchungssystem, das zu zwei Dritteln der Lufthansa und zu 34 % der spanischen Amadeus Global Travel Distribution gehört, strebt auch eine Zusammenarbeit mit einem deutschen Medien- oder Verlagshaus an. Nach Handelsblatt-Informationen gibt es Gespräche mit dem Axel Springer Verlag. Verhandlungen mit der Deutschen-Telekom-Tochter T-Online über eine Zusammenarbeit auf dem Reisemarkt wurden dagegen auf Eis gelegt.

Am Aufbau einer starken Marke hat Amadeus bislang gespart

Start Amadeus setzt im Internet auf Partnerschaften mit starken Markenanbietern, da das Vertriebssystem selbst nicht über eine bekannte Publikumsmarke verfügt. Wachstumspotenzial sieht Büchy auch in der Internationalisierung. Das strategische Bündnis mit omnis-online soll auch die internationale Präsenz von Start Amadeus verstärken. Als Auslandsmärkte hat das Vertriebssystem vor allem die Schweiz und die Benelux-Länder im Visier. Bislang erzielt das Unternehmen unter 10 % seines Umsatzes im Ausland. In drei bis vier Jahren sollen es bereits 25 bis 30 % sein.

Start Amadeus, das auch Call-Center und Kartenvorverkaufsstellen bedient, hat im vergangenen Jahr trotz eines Umsatzrückgangs sein Ergebnis erneut verbessern können. Der Erlös ging 1999 nach Angaben des Unternehmens um 7,6 % auf 350,74 Mill. DM zurück. Der Gewinn vor Steuern erreichte jedoch mit 65,58 Mill. DM einen neuen Rekordwert. Das Ergebnis nach Steuern lag bei 38,82 Mill. DM. Zur weiteren Entwicklung des Vertriebssystems könnte nach Vorstellungen Büchys auch ein Börsengang der Lufthansa - Tochtergesellschaft gehören.

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