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Reisebranche in Aufbruchstimmung - Aber weiter Streit mit Lufthansa

Die Reisebranche geht mit Aufbruchstimmung in das Jahr 2005.

dpa-afx PALMA DE MALLORCA. Die Reisebranche geht mit Aufbruchstimmung in das Jahr 2005. Tourismuskonzerne wie Tui AG , Thomas Cook sowie Rewe und auch die Reisebüros zeigten sich am Freitag auf der Jahrestagung der Branche in Palma de Mallorca überzeugt, dass die schwere Branchenkrise von 2002 und 2003 überwunden ist. Ungelöst bleibt aber der Konflikt der Reisebüros mit der Lufthansa um Ticket- Provisionen, der nun vom Frankfurter Landgericht entschieden werden könnte.

Der gute Buchungstrend vom Sommer setze sich in der Wintersaison noch verstärkt fort, sagte der Chef von Europas größtem Touristikkonzern Tui, Michael Frenzel, am Rande der Verbandstagung. Dies gelte auch für die Entwicklung der Umsätze.

Thomas Cook

Bei der Nummer zwei, Thomas Cook mit seinen Marken Neckermann und Condor, liegen die Buchungen für die Wintersaison konzernweit ebenfalls über dem Anstieg aus dem vergangenen Sommer. "Wir haben eine ganz erhebliche Verbesserung erreicht", sagte Vorstandsvorsitzender Wolfgang Beeser. Im gerade abgelaufenen Geschäftsjahr 2003/2 004 (31. Oktober) werde operativ nahezu eine schwarze Null geschafft, kommendes Jahr soll auch unter dem Strich wieder ein positives Ergebnis erreicht werden.

Die Rewe-Touristik mit ihren Marken wie ITS oder Dertour rechnet bei ihren Veranstaltern im kommenden Jahr ebenfalls mit einem Umsatz- Wachstum, obwohl der hohe Euro-Kurs vor allem Fernreisen billiger macht, sagte Dertour-Geschäftsführer Norbert Fiebig. Der Tourismus macht inzwischen rund zehn Prozent des Rewe-Umsatzes aus.

Der Deutsche Reisebüro und Reiseveranstalter Verband (DRV) erwartet für die Branche im kommenden Jahr wie auch im laufenden Jahr ein Wachstum von mehr als fünf Prozent. "Die Wende ist geschafft", sagte DRV-Präsident Klaus Laepple in seiner Grundsatzrede vor rund 700 Fachleuten. Der Tourismus sei die Leitökonomie des 21. Jahrhunderts. "Wir befinden uns in einem schwankenden Markt, der insgesamt stetig wächst", sagte Laepple.

Klage ALS Notbremse

Der Verband bot der Lufthansa an, über die zum 1. September vergangenen Jahres gestrichenen Provisionen erneut zu diskutieren. "Die Notbremse heißt Klage. Ich sehe darin den zweitbesten Weg", sagte Laepple. Die Lufthansa reagierte darauf zurückhaltend. Das neue Preismodell sei in Deutschland erfolgreich eingeführt, sagte eine Sprecherin in Frankfurt. Sie sehe keine Veranlassung, jetzt einen Schritt zurückzugehen.

Seit die Provision in Höhe von mehr als sechs Prozent gestrichen ist, müssen die Reisebüros ihre Kosten den Kunden selbst in Rechnung stellen. Dadurch stiegen die Ticketpreise an, gleichzeitig fürchten vor allem kleinere Reisebüros um ihre Existenz. Derzeit ist beim Frankfurter Landgericht eine Klage des Verbandes gegen die Lufthansa anhängig.

Der Verband forderte alle Tourismus-Unternehmen zudem zu mehr Innovationen auf. Frühbucheraktionen seien eine wichtige Maßnahme, um den wenig gewinnträchtigen Last-Minute-Anteil zu reduzieren. Aber auch Hotelbewertungen in den Reisekatalogen durch die Gäste selbst seien ein mutiger und wichtiger Schritt, sagte Laepple.

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