Reisebranche meutert: Ökosteuer auf Mallorca löst heftigen Protest aus

Reisebranche meutert
Ökosteuer auf Mallorca löst heftigen Protest aus

Die für März geplante Einführung einer Ökosteuer für Mallorca-Urlauber ist auf heftige Kritik der Tourismusbranche auf den Balearen gestoßen. Die Abgabe werde kräftige Einbußen verursachen, sagte der Präsident des mallorquinischen Hotelverbandes, Pere Cañellas, nach Presseberichten vom Freitag.

dpa PALMA DE MALLORCA. Schon jetzt gebe es einen Buchungsrückgang von rund 16 %. Angesichts der weltweiten Rezession und der Auswirkungen der Terror- Anschläge vom 11. September in den USA sei die Einführung der Steuer völlig unverantwortlich. Der Verband werde deshalb alle juristischen Mittel ausschöpfen, um die Steuer zu Fall zu bringen.

Die rot-grüne Regionalregierung hatte am Vorabend angekündigt, die "ecotasa" (Ökosteuer) werde ab März, also noch vor den Osterferien, auf allen Inseln erhoben. Sie wird durchschnittlich einen Euro (1,96 DM) pro Tag und Person betragen und von den Hoteliers eingetrieben werden. Das spanische Verfassungsgericht hatte zuvor seine im September 2001 angeordnete einstweilige Aussetzung der Abgabe wieder aufgehoben. Die Reisebranche kritisierte, dass die Taxe eingeführt werden soll, obwohl in der Sache selbst noch gar nicht entschieden worden ist. Die Richter haben nämlich nun fünf Jahre Zeit, um festzustellen, ob die Ökosteuer verfassungswidrig ist.

Sollte dies letztendlich zutreffen, werde das bis dahin eingenommene Geld aber nicht zurückgegeben, betonte der sozialistische Regierungschef der Balearen, Francesc Antich. Er wies die Befürchtungen der Tourismusbranche zurück. Vielmehr werde die Abgabe die Balearen als Reiseziel attraktiver machen, sagte er mit Blick auf die geplanten Investitionen in den Umweltschutz und die Modernisierung bestehender Ferienanlagen. Die Regierung in Palma rechnet mit jährlichen Einnahmen von 60 Mill. Euro (fast 120 Mill. DM). Kritiker wiesen darauf hin, dass etwa 30 % der Urlauber die Steuer umgehen werden, weil sie in illegalen Unterkünften oder bei Freunden übernachteten.

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