Reiseflaute in Deutschland
Tui und Thomas Cook bauen Reisebüro-Vertrieb aus

Die beiden führenden Touristikkonzerne Tui und Thomas Cook wollen angesichts der Reiseflaute in Deutschland ihren Vertrieb massiv ausbauen.

Reuters HANNOVER. Die Konzerntochter Tui Deutschland beteiligt sich nach Angaben vom Mittwoch mit 25,1 Prozent an der größten deutschen Reisebürokooperation RTK mit fast 1300 Reisebüros. Nach Informationen aus Tui-Kreisen zahlt der Konzern dafür einen hohen einstelligen Millionen-Euro-Betrag. Thomas Cook will indes die Gründung neuer Partner-Reisebüros vorantreiben. Damit beschleunigen die beiden Konzerne den Konzentrationsprozess bei den 20.000 Reisebüros in Deutschland und ihre Anbindung an die großen Anbieter.

Der Marktführer Tui hatte zudem schon vor Monaten angekündigt, die Zahl der eigenen Reisebüros von 1350 in den nächsten Jahren auf 2000 zu erhöhen. Mit dem Einstieg bei RTK will Tui weitere Reisebüros möglichst eng an sich binden, damit sie ihren Kunden vorrangig Tui-Reisen empfehlen. Für ein besonderes Partnerschaftsprogramm für RTK-Reisebüros hat Tui 6,5 Millionen Euro bereitgestellt.

Die RTK (Raiffeisen Tours Kooperation) mit Sitz im bayerischen Burghausen als größter Reisebürozusammenschluss hatte zuletzt einen vermittelten Jahresumsatz von 1,1 Milliarden Euro. Tui kaufte seinen Anteil von der Raiffeisen-Volksbank Altötting, die künftig noch gut 60 Prozent hält. RTK-Geschäftsführer Hans Sommer erklärte allerdings, dass nun nicht automatisch alle RTK-Reisebüros sich an Tui binden würden. Es werde auch weiterhin viele Partnerschaften mit Thomas Cook oder anderen großen Veranstaltern geben.

Cook als Nummer zwei in Deutschland will über ein neues Franchise-Partnerkonzept die Zahl seiner bislang knapp 1100 Reisebüros deutlich erhöhen. Im Gegensatz zu den bisher üblichen Franchise-Modellen wolle man vor allem die Gründung neuer Thomas-Cook-Reisebüros fördern, teilte der Konzern mit.

Damit dürfte die Zahl gänzlich unabhängiger Reisebüros weiter sinken. Von den derzeit rund 20 000 Reisebüros sind nach Branchenangaben 40 Prozent direkt oder über eine Franchisekooperation an die großen Touristikkonzerne angebunden. Völlig ungebunden waren Ende 2001 nur noch zehn Prozent.

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