Reisetipp
Am schönsten Busen der Karibik

Mit Dunstan St. Omer, dem karibikweit bekannten Maler von Menschen und Landschaften, auf Kul-Tour in St. Lucia. Die Karibik-Insel ist so etwas wie ein Garten Eden.

Am Geburtstag von Picasso ist er geboren, "nur 47 Jahre später", sagt Dunstan St. Omer. Er trägt ein Leonardo-T-Shirt, liebt van Gogh und hat sich als Autodidakt die Technik von Claude Monet zu Eigen gemacht. "Die Schule mochte ich nie", erinnert sich der 75-jährige Maler. "Denn das Wichtigste lernt man sowieso in der Natur!"

Natur? Was für eine Untertreibung! St. Lucia ist so etwas wie ein Garten Eden. Nur 20 mal 60 Kilometer klein - aber kaum eine andere Karibik-Insel ist üppiger: dichter Regenwald, Berge wie im Märchen, Wasserfälle mit Namen wie Diamond Waterfall, ein noch aktiver Vulkan - in den man sogar mit dem Auto hineinfahren kann! -, natürliche Mineralbäder, schroffe Küsten, fjordähnliche Buchten wie die Marigot Bay, naturbelassene, flachabfallende Strände mit weißem Korallen- oder schwarzem Lavasand, dazu farbenfrohe Fischerdörfer mit einfachen Holzhäusern und luftigen Veranden.

Der Künstler deutet auf seine Ölbilder, die St. Lucia in allen Facetten darstellen: die beiden Pitons, weitläufige Bananenfelder, Menschen, die Musik machen. Dunstan St. Omers Arbeiten gibt es aber auch meterlang auf Mauern zu bestaunen, den Murals in Castries, in Jacmel, in Anse La Raye, oder in der Kathedrale der unbefleckten Empfängnis mitten in der Hauptstadt Castries. "Dunstan hat uns eine wundervolle Kirche gemalt", sagt der zweite berühmte Künstler der Insel, Derek Walcott, Literaturnobelpreisträger und Freund von Dunstan St. Omer. Zwei Gedichte, auf die Dunstan mächtig stolz ist, hat der Autor dem Maler gewidmet.

Über seine Heimat St. Lucia spricht der Dichter besonders mit Fremden nicht gern, denn Walcott hat ein sehr distanziertes Verhältnis zum Tourismus. In diesem Punkt ist Dunstan St. Omer milder gestimmt: Der Tourismus ermögliche es, dass Geld fließt, dass Arbeitsplätze entstehen. "Denn das Ende der Bananenrepublik ist erreicht", sagt der Maler. "Die Bananen ernähren uns nicht mehr." Noch bis 2005 - dann gelten auch im Vereinigten Königreich die EU-Richtlinien - kauft die alte Kolonialmacht Großbritannien in St. Lucia ein. Dann muss vom Massenexporteur Costa Rica gekauft werden, der seine Bananen um ein Drittel günstiger anbieten kann.

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