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Reiseveranstalter bei Terror nicht gegen Schadenersatz versichert

Tourismuskonzerne wie die deutschen Marktführer TUI und Thomas Cook sind nach Terroranschlägen nicht mehr gegen Schadenersatzforderungen von Kunden versichert. "Man kann sich in Deutschland nicht mehr gegen Terror in Bezug auf Personenschäden versichern", sagte TUI-Sprecher Robin Zimmermann am Samstag in Hannover. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA hätten sämtliche Versicherungen eine Terror-Ausschluss-Klausel in die Verträge aufgenommen. Sachen - also Flugzeuge oder Schiffe - seien dagegen noch versichert.

dpa-afx HANNOVER. Tourismuskonzerne wie die deutschen Marktführer TUI und Thomas Cook sind nach Terroranschlägen nicht mehr gegen Schadenersatzforderungen von Kunden versichert. "Man kann sich in Deutschland nicht mehr gegen Terror in Bezug auf Personenschäden versichern", sagte TUI-Sprecher Robin Zimmermann am Samstag in Hannover. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA hätten sämtliche Versicherungen eine Terror-Ausschluss-Klausel in die Verträge aufgenommen. Sachen - also Flugzeuge oder Schiffe - seien dagegen noch versichert.

"Es geht uns nicht darum, Geld zu sparen", betonte Zimmermann. Wenn Urlauber nach einem Terroranschlag berechtigte Forderungen nach Schadenersatz gelten machen könnten, müssten die Reiseveranstalter selbst zahlen. Nur einige ausländische Versicherungen böten noch eine "Terrordeckung" an. Da allerdings seien die Kosten im Vergleich zur angebotenen Deckungssumme zu hoch. "Das macht aus unserer Sicht überhaupt keinen Sinn", meinte Zimmermann.

Derzeit läuft am Landgericht Hannover ein Schmerzensgeld-Prozess gegen die TUI-Tochter 1-2-Fly. Ein fünfjähriger Junge, der bei einem Terroranschlag auf der tunesischen Ferieninsel Djerba 2002 schwer verletzt worden war, fordert unter anderem 100 000 ? und eine monatliche Schmerzensgeld-Rente. Nach Ansicht des TUI-Konzerns gehört ein Terroranschlag inzwischen zum "allgemeinen Lebensrisiko", für das kein Reiseveranstalter verantwortlich zu machen sei. Justizexperten räumen der Klage wenig Chancen auf Erfolg ein.

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