Reiseverbot für Arafat bleibt bestehen
Israelische Armee stößt nach Hebron vor

Israelische Truppen sind am Donnerstagmorgen erneut auf palästinensisches Autonomiegebiet vorgedrungen. Die Soldaten rückten im Westjordanland in Hebron ein und nahmen sieben mutmaßliche Mitglieder der militanten Organisationen Hamas und Islamischer Dschihad fest, wie aus palästinensischen Sicherheitskreisen verlautete.

ap JERUSALEM. Bei den Festgenommenen handelt es sich den Angaben zufolge um Studenten der Universität von Hebron. Ungeachtet der internationalen Proteste hielt Israel weiter daran fest, den palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat nicht an Weihnachtsfeierlichkeiten teilnehmen zu lassen. Der israelische Regierungsberater Raanan Gissin bekräftigte, Arafat werde kommenden Monat auch nicht zum orthodoxen Weihnachtsfest nach Bethlehem reisen dürfen, falls er nicht die Mörder von Tourismusminister Rehavam Seewi festnehme. Sobald Arafat die israelische Forderung erfülle, werde sein Bewegungsradius nicht mehr eingeschränkt, sagte Gissin.

Arafat sitzt seit der Zerstörung seiner Hubschrauberflotte durch die israelischen Streitkräfte in Ramallah fest. Wegen der israelischen Blockade nahm er am vergangenen Montag erstmals seit 1995 nicht an der Christmette in Bethlehem teil. Gegen die israelische Haltung haben unter anderem die EU, die USA und der Vatikan protestiert.

Die Mehrheit der Palästinenser unterstützt den Aufruf Arafats für einen Waffenstillstand, verurteilt aber nicht wie dieser Selbstmordanschläge als terroristische Akte. Das geht aus einer Umfrage des Palästinensischen Zentrums für Politik und Meinungsforschung hervor. 60 Prozent der zwischen dem 19. und 24. Dezember befragten 1.357 Erwachsenen unterstützen den Aufruf Arafats zum Waffenstillstand, 71 Prozent befürworten die Wiederaufnahme von Friedensverhandlungen. Aber 76 Prozent lehnen die Verhaftung von militanten Palästinensern ab, wie sie von Arafat am 16. Dezember angekündigt und in ersten Aktionen auch verwirklicht wurde. Eine Zahl für die Bewertung von Selbstmordanschlägen wurde nicht genannt. Es hieß lediglich, eine überwältigende Mehrheit betrachte diese nicht als terroristische Taten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%