Reiten Olympia
Deutsche Vielseitigkeitsreiter mit Goldchancen

Nach einer Glanzleistung im Gelände liegen die deutschen Vielseitigkeitsreiter auf Goldkurs. Hinrich Romeike führt vor Ingrid Klimke. Auch in der Mannschaftswertung setzte sich die deutsche Equipe vor dem entscheidenden Springen am Dienstag auf den ersten Platz und kann auf den Gewinn des ersten Team-Golds seit 20 Jahren hoffen.

Goldene Aussichten nach einer Gala im Gelände - die Olympia-Außenstelle Hongkong feiert die deutschen Reiterspiele. Hinrich Romeike führt im Einzel-Wettbewerb vor Ingrid Klimke, und auch die Mannschaft ist das Maß der Dinge. Rund vier Jahre nach dem Schock von Athen soll es für die deutschen Vielseitigkeitsreiter diesmal ein Happy End geben.

"Das war der zweite Schritt. Die Tür ist halb zu. Nun hauen wir die Nägel drauf", sagte Bundestrainer Hans Melzer. Auch der deutsche Delegationschef Reinhard Wendt freute sich über einen "perfekten Tag".

Etwas vorsichtiger war Ingrid Klimke mit ihren Prognosen. "Ich traue mich noch gar nicht, an Gold zu denken", sagte die Tochter des sechsmaligen Dressur-Olympiasiegers Reiner Klimke: "Doch wir sind beflügelt. Jetzt ist alles möglich."

"Es gibt tolle, ganz tolle und super-tolle Medaillen"

Romeike, der auf dem Golfplatz des Beas River Country Clubs nördlich vom Reiterstadion Sha Tin den wohl besten Geländeritt seiner Karriere ablieferte, wies mit typischem Humor auf die Möglichkeiten hin: "Es gibt tolle, ganz tolle und super-tolle Medaillen."

Als Ingrid Klimke über den Zielstrich ritt, war auch er nicht mehr zu halten. Der 45 Jahre alte Zahnarzt riss die Arme nach oben und lief seiner Teamkollegin freudig entgegen.

Deutsche Equipe vor entscheidendem Springen vorne

Nach Dressur und Gelände liegt die deutsche Mannschaft vor dem entscheidenden Springen am Dienstag 19.15 Uhr Ortszeit (13.15 Mesz) mit 158,10 Minuspunkten vor Australien (162,00) und Großbritannien (173,70) in Führung. Im Einzel führt Romeike (50,20) mit Marius vor Klimke (50,70) mit Abraxxas - die Aussichten auf Doppel-Gold sind blendend.

Bundestrainer Melzer betonte aber auch, dass der Vorsprung nur gering sei und nicht mal einen Springfehler ausmachen würde. "Das wird spannend", sagte Romeike, der seinen Hannoveraner Marius nicht vergessen wollte: "Jetzt bekommt er wie jeden Tag Wurzeln und Hafer, dazu wie fast jeden Tag Rübenschnitzel und vielleicht noch ein Stück Zucker. Das gibt s nur zweimal im Jahr."

"Wir werden auf Gold reiten"

Andreas Dibowski gab die Marschroute vor: "Wir werden auf Gold reiten." Der Profireiter aus Egestorf belegte mit Leon (57,20) den achten Rang: "Ich hatte die Order, auf Risiko zu gehen. Leider konnte ich durch den engen Streckenbau wenig Zeit gutmachen." Frank Ostholt (Warendorf/57,20) belegte mit Mr. Medicott Rang zwölf. Peter Thomsen (Lindewitt/98,90) erlaubte sich mit The Ghost of Hamish eine Verweigerung und kam auf Platz 44.

Wegen des extremen Klimas hatten Tierschützer im Vorfeld die schlimmsten Befürchtungen geäußert. Es gab zwar einige spektakuläre Stürze, die blieben glücklicherweise ohne große Folgen. Das Wetter war bei 25 Grad Celsius und Regen am Ende angenehm.

Streckenkürzung die richtige Maßnahme

Die Kürzung der Strecke von zunächst 5 700 auf 4 560 Meter erwies sich als richtig. "Ich bin glücklich, dass nichts passiert ist und drücke Deutschland die Daumen", sagte Prinzessin Haya Bint Al Hussein, Präsidentin des Weltreiter-Verbandes (FEI).

Am Dienstag könnte die Wiedergutmachung für die Enttäuschung von Olympia 2004 gelingen. In Athen hatte die Mannschaft Gold schon sicher, doch durch einen Formfehler von Reiterin Bettina Hoy wurde das Edelmetall am grünen Tisch wieder aberkannt. Hoy hatte wegen einer Verletzung ihres Pferdes Ringwood Cockatoo das Olympiaticket verpasst und trainiert in Hongkong einen japanischen Reiter. "Sie gehört weiter zu uns, erst vor zwei Tagen waren wir hier zusammen essen", sagte Klimke.

© SID

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