Reiten Olympia
Gravemeier bleibt vorerst Springreit-Bundestrainer

Kurt Gravemeier darf trotz des Olympia-Desasters in Hongkong vorerst Bundestrainer der Springreiter bleiben. Für die nächste Woche stehen aber weitere Krisengespräche auf dem Plan.

Springreit-Bundestrainer Kurt Gravemeier bleibt vorerst im Amt. Nach einem fünfstündigen Krisengespräch am Donnerstag in Münster teilte der nach den Olympischen Spielen von Hongkong in die Kritik geratene Coach mit: "Ich bin noch Bundestrainer, und alles andere wird man sehen." Gleichzeitig betonte Gravemeier aber auch, dass in der kommenden Woche weitere Gespräche geführt werden.

Auch Reinhardt Wendt, deutscher Delegationsleiter in Hongkong und Geschäftsführer des Deutschen Olympiade Komitees für Reiterei (Dokr), bestätigte die weitere Zusammenarbeit. "Der Verband wird nicht sagen: 'Bundestrainer, Du musst jetzt gehen.' Wir müssen alle zusammen versuchen, die Probleme von Hongkong zu lösen." Es sieht ganz danach aus, dass es bis zu den Sitzungen von Verbands-Präsidium und Springreiter-Ausschuss am nächsten Donnerstag keine personellen Veränderungen geben wird.

Gravemeier hatte bereits nach dem sportlichen Desaster von Hongkong erklärt, dass er über alle Varianten nachdenken werde. Den Westfälischen Nachrichten hatte der Coach vor der Krisensitzung in Münster gesagt, dass in seinen Überlegungen auch der Rücktritt eine Rolle spielen würde. "Ich werde mir ganz viel Zeit nehmen bei meinen Gedankenspielen", erklärte der unter Beschuss geratene Coach aus dem westfälischen Sendenhorst.

Aktivensprecher Becker kritisiert Olympia-Nominierung

Auch Aktivensprecher Otto Becker hatte die Vorfälle von Hongkong stark kritisiert. Der Team-Olympiasieger von Sydney 2000 bemängelte, dass es vor den Spielen keine echten Sichtungsspringen gegeben habe. Die Art und Weise der Nominierung gelte es in Frage zu stellen. Es könne nicht sein, so Becker, dass immer wieder die Beerbaums dieser Welt nominiert würden.

Angeführt von Ludger Beerbaum hatten die deutschen Springreiter in Hongkong bei Olympia erstmals seit 80 Jahren keine Medaille gewonnen. Zudem sorgte die Suspendierung von Christian Ahlmann (Marl) nach einer positiven A-Probe bei seinem Pferd Cöster für einen riesigen Imageschaden. Auch die B-Probe war positiv, so dass sich Ahlmann am 6. September in Lausanne einer Anhörung beim Weltreiter-Verband FEI stellen muss.

© SID

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