Reiten Olympia
Heike Kemmer führt deutsche Equipe auf Goldkurs

Heike Kemmer hat die deutsche Equipe bei den olympischen Reiterspielen auf Goldkurs gebracht. Am Donnerstag können Isabell Werth und Nadine Capellmann den Triumph komplettieren.

Nach einer starken Vorstellung von Heike Kemmer auf Bonaparte im ersten Teil des Grand Prix hat sich die deutsche Reit-Equipe im Duell mit dem Erzrivalen Niederlande eine starke Ausgangslage verschafft. Damit winkt nach dem Doppel-Gold in der Vielseitigkeit der nächste deutsche Feiertag bei den Reiterspielen.

Kemmer, die im deutschen Trio als Nummer drei gilt, kam nach einer sicheren Vorstellung auf 72,250 Prozentpunkte und ließ die niederländische Nummer zwei, Imke Schellekens-Bartels auf Sunrise (70,875 Punkte) und Hans Peter Minderhoud (69,625) auf der Stute Nadine hinter sich. Damit belegte Kemmer in der Einzelwertung Platz eins und verwies Emma Hindle (Großbritannien) mit Lancet und Schellkens-Bartels auf die Plätze zwei und drei. Minderhoud wurde Fünfter.

Werth und Capellmann greifen Donnerstag ein

Am Donnerstag im entscheidenden Teil des Grand Prix gehen für Deutschland Isabell Werth (Rheinberg) mit dem 14 Jahre alten Satchmo und Nadine Capellmann (Würselen) mit Elvis ins Viereck. Für die Niederlande startet noch Olympiasiegerin Anky van Grunsven mit Salinero.

"Das ist erstmal ein gutes Ergebnis für uns. Ich bin froh, dass sich die Arbeit mit Bonaparte in den letzten Wochen der Vorbereitung ausgezahlt hat", sagte Kemmer. Mit der relativ niedrigen Bewertung für alle Starter konnte die 47-Jährige gut leben: "Solange die Relationen stimmen, ist das okay."

Ärger über die Punktrichter

Der deutsche Delegationschef Reinhard Wendt dagegen schimpfte über die Punktrichter: "Bei Spitzenleistungen kann man auch gute Bewertungen erwarten. Und Heikes Leistung war spitze."

Generalsekretär Hanfried Haring war ebenfalls angetan von der ersten deutschen Starterin: "Das war eine überzeugende Vorstellung", so Haring, der aber nicht von einer Vorentscheidung sprechen wollte: "Da sind die Würfel noch längst nicht gefallen."

Bei den Niederländern, die als leichter Favorit in den Wettbewerb gegangen waren, herrschte gedrückte Stimmung. "Ich bin nicht glücklich, weil ich mit 72 Punkten gerechnet habe, doch meine Stute hatte zwei Fehler", sagte Minderhoud.

Die Equipe um Kemmer und Werth steht im Mannschaftswettkampf unter großem Druck. Seit Silber 1972 in München hat immer eine deutsche Mannschaft bei Olympischen Spielen Gold gewonnen. Doch diese Superserie droht zu platzen.

Die Niederländer wurden mindestens als gleichstark eingeschätzt und haben den Deutschen bei der EM im vergangenen Jahr in Italien die erste Niederlage bei einem Championat seit mehr als 30 Jahren beigebracht.

Nur noch drei statt vier Paare

Im Gegensatz zu früheren olympischen Spielen besteht ein Team jetzt nicht mehr aus vier, sondern nur noch aus drei Paaren. Das Streichergebnis wurde aus dem Programm genommen, sodass bei einem Ausfall die Mannschaft sofort geplatzt ist. "Das ist ein Nachteil für die traditionell besseren Nationen, die mehr als nur drei gute Paare haben", sagte Werth über die Regeländerung.

Insgesamt sind 47 Paare bei dem olympischen Teamwettbewerb am Start. 13 Nationen beteiligen sich. Bei den weiteren acht Reitern handelt es sich um Einzelstarter. Die Punkte des Grand Prix werden nicht mit in den Einzelwettbewerb genommen, die Platzierung hat allerdings Einfluss auf den weiteren Verlauf.

Nur die 25 besten Paare aus dem Grand Prix qualifizieren sich für den Special am Samstag. Daraus wiederum schaffen die besten 15 Paare den Sprung in die Kür am Dienstag, die dann über die Medaillenvergabe entscheidet.

© SID

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