Reiten Olympia
Isabell Werth auf dem Weg zum zweiten Gold

Isabell Werth reitet ihrem zweiten Gold entgegen. Die Dressurreiterin belegte im Special den ersten Platz. Auch Heike Kemmer steht im Finale, Nadine Capellmann ist ausgeschieden.

Auch ein "bockender" Satchmo hat Dressur-Königin Isabell Werth nicht vom Goldkurs abgebracht. Zwei Tage nach ihrem Erfolg mit der Mannschaft liegt die 39-Jährige bei den olympischen Reiterspielen in Hongkong auch im Einzel vorn.

Isabell Werth erzielte zum Auftakt im Grand Prix Special mit ihrem 14 Jahre alten Wallach Satchmo 75,200 Punkte und führt vor der entscheidenden Kür am Dienstag (19.15 Uhr Mesz) vor ihrer Erzrivalin Anky van Grunsven aus den Niederlanden (74,960). Dritte ist Heike Kemmer (Winsen) mit dem 15 Jahre alten Hannoveraner Bonaparte (72,960).

Isabell Werth nahm Satchmo nach dem Patzer etwa zur Hälfte der Vorführung in Schutz. "Das ist Schicksal, sowas kann passieren. Auf einmal kommt der Erschrecker, ich kann mir das auch nicht erklären", sagte sie und warnte zugleich: "Vorher hatten wir Gold fast sicher, doch jetzt wird's eng." Rundum zufrieden war Heike Kemmer: "Das war heute der Grundstein für eine Medaille."

Nadine Capellmann (Würselen verpasste mit Elvis auf Rang 17 das Kür-Finale der besten 15 Paare. Sie erlaubte sich gleich eine Reihe von Fehlern. "Das war Mist, das war die schlechteste Leistung, die ich mit Elvis je gezeigt habe. Aber es gibt ja noch ein Leben nach Olympia."

Reitpause und neuer Trainer

Capellmann will einiges ändern: "Ich werde eine Turnierpause einlegen und Elvis bis zum Turnier in Stuttgart im November nicht reiten." Zudem kündigte sie an, dass sie einen neuen Trainer suchen will. Zuletzt hatte sie Werths Coach Wolfram Wittig mitbetreut.

Sollte Werth am Dienstag gewinnen, wäre es bereits ihre sechste olympische Goldmedaille. Damit würde sie in der ewigen Rangliste deutscher Olympioniken hinter der Kanutin Birgit Fischer (achtmal Gold ) auf Platz zwei klettern.

Werth hatte ihre ersten vier Goldmedaillen allesamt mit ihrem ersten Paradepferd Gigolo gewonnen. In Barcelona 1992, Atlanta 1996 und Sydney 2000 triumphierte sie mit der Equipe, in Atlanta holte sie Doppelgold. In Hongkong gelang ihr der erste Gold-Streich mit Satchmo.

Top vorbereitet in die Kür

Für die Niederländerin van Grunsven wird es schwer, zum dritten Mal in Folge Einzelgold zu gewinnen. Werth hat sich intensiv auf die letzte Teilprüfung vorbereitet. Sie ließ ihre Musik von Vangelis extra von einem Filmmusiker neu arrangieren und baute höchste Schwierigkeitsgrade ein.

Damit will die Perfektionistin vom Niederrhein verhindern, dass sie wie bei den zwei letzten Championaten in Aachen bei der WM 2006 und in Turin bei der EM 2007 das Nachsehen gegen van Grunsven in der Abschlussprüfung hat.

Die 15 besten Paare des Spezial haben sich für die letzte Teilprüfung am Dienstag qualifiziert. Für den Ausgang der Einzelwertung werden die Punktzahlen aus dem Grand Prix Special und der Kür addiert.

© SID

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