Reiten Olympia
Springreiten droht weitere postive Doping-Probe

Erneut droht dem internationalen Springreiten die Enthüllung einer weiteren Doping-Probe von den Olympischen Spielen in Hongkong. Deutsche Reiter sollen nicht betroffen sein.

Dem internationalen Springreiten droht die Enthüllung einer weiteren positiven Doping-Probe von den Olympischen Spielen in Hongkong, die deutsche Equipe ist aber wohl nicht betroffen. "Ich habe extra beim Weltreiter-Verband angerufen. Dort sagte man mir, dass die Betroffenen bereits am Mittwochmorgen benachrichtigt wurden. Wir haben keine Post erhalten", sagte der viermalige Olympiasieger Ludger Beerbaum (Riesenbeck) dem sid.

Haring: "Uns trifft es nicht"

"Ich habe am Sonntag auf unserer Geschäftsstelle noch einmal alle Faxe kontrolliert. Uns trifft es nicht", meinte auch Generalsekretär Hanfried Haring von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN). Laut Haring soll es sich um das Pferd eines südamerikanischen Reiters handeln. Anfang der Woche soll es vom Weltreiter-Verband FEI endgültige Klarheit geben.

Olympiasieger Rodrigo Pessoa, der am Sonntag von einigen Medien als Kandidat genannt wurde, sagte auf sid-Anfrage: "Im Moment kann ich nicht viel dazu sagen. Aber es ist auch nicht komplett falsch, wenn man meinen Namen in den Zusammenhang bringt. Man muss erst einmal abwarten, was passiert. Mehr sage ich nicht, obwohl ja sowieso wieder viel mehr dazu geschrieben wird", sagte Pessoa.

Der Brasilianer war 2004 in Athen Olympiasieger geworden, weil der Ire Cian O'Connor wegen Dopings disqualifiziert worden war. In Hongkong hatte der Südamerikaner mit seinem Pferd Rufus im Einzelspringen Platz fünf belegt.

Aus deutscher Sicht wären nur noch Beerbaum und seine Schwägerin Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen) in Frage gekommen, weil sie die einzigen deutschen Vertreter im Finalspringen von Hongkong waren. Markus Beerbaum, Mann von Meredith Michaels-Beerbaum, hatte bereits am Samstag erklärt, dass es keine Hinweise für eine positive Probe eines deutschen Springpferdes gebe.

Gravemeier möchte im Amt bleiben

Springreit-Bundestrainer Kurt Gravemeier betonte gegenüber dem WDR-Fernsehen, dass auch er Verantwortung für die positiven Tests bei dem Pferd Cöster von seinem Schützling Christian Ahlmann während Olympia übernehme. Der Verband könne aber die Reiter nicht wie die Polizei 24 Stunden überwachen. Er selbst wolle trotz des Doping-Skandals im Amt bleiben, solange er das Gefühl habe, dass die Mehrheit der entscheidenden Leute hinter ihm stehe. Am Donnerstag in der Sitzung des Spring-Ausschusses der FN wird auch über seine Zukunft beraten.

Derweil äußerten mehrere Tierärzte gegenüber dem WDR-Fernsehen Zweifel an den Aussagen von Ahlmann zur Benutzung des Capsaicin-haltigen Mittels Equiblock. Der 33 Jahre alte Springreiter war wie drei weitere Reiter am 21. August von den Olympischen Spielen in Hongkong suspendiert worden, nachdem bei seinem Pferd Cöster die verbotene Substanz Capsaicin gefunden wurde.

Im Gegensatz zu Ahlmanns Stellungnahme soll Equiblock nicht in jedem Reitgeschäft erhältlich sein. Zudem handele es sich weniger um ein Pflegemittel mit durchblutungsfördernder Wirkung als vielmehr um ein Arzneimittel, das schmerzstillenden Charakter habe. Ahlmann hatte behauptet, sein Pferd Cöster in Folge eines Hexenschusses mit Equiblock zur Entspannung der Rückenmuskulatur eingerieben zu haben. Ein Pferd sei zu bedauern, wenn es damit eingerieben würde, sagte Tierarzt Eberhard Schüle (Dortmund) und fügte an: "Das hält die Haut nicht aus."

© SID

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