Reiten Olympia
Start der Deutschen Reiter macht Hoffnung auf mehr

Die deutschen Vielseitigkeitsreiter haben einen ordentlichen Olympia-Start hingelegt. Vor allem Hinrich Romeike überzeugte und führte sein Team auf den dritten Rang.

Bundestrainer Hans Melzer drückte ihn an seine Brust, seine Team-Kollegen klatschten ihn ab: Vielseitigkeitsreiter Hinrich Romeike war nach dem ersten Tag des olympischen Reitturniers im deutschen Lager der gefeierte Mann. Der Zahnarzt aus Nübbel in Schleswig-Holstein lieferte mit seinem 14 Jahre alten Wallach Marius seine bislang beste Dressur bei einem Championat ab und führte sein Team (135,30 Punkte) noch auf den dritten Rang. Es führt Australien (102,80) vor den USA (121,50).

In der Einzelwertung liegt der 47-Jährige nach drei von fünf Dressurstartern auf dem sechsten Platz. "Ich bin total glücklich. Es hat fast alles gut geklappt", sagte Romeike, der sich einen Patzer in den Galoppwechseln erlaubt hatte. Der Rest der Vorstellung war jedoch so überzeugend, dass das Paar auf eine gute Punktzahl von 37,40 Minuspunkten kam.

Zufriedener Bundestrainer

Bundestrainer Melzer war ebenfalls sehr zufrieden. "Alle Reiter haben die Erwartungen erfüllt", erklärte er. Team-Weltmeister Frank Ostholt (Warendorf/44,60 Punkte) belegte mit Mr. Medicott den zwölften Platz. Der Lindewitter Peter Thomsen (53,30) folgte mit The Ghost of Hamish (53,30) auf Rang 29. In Führung liegt die Australierin Lucinda Fredericks mit Headley Britannia (30,40).

"Dieses Ergebnis hat noch nicht so viel zu sagen, doch es ist ein wichtiges Signal für unsere Reiter, die am Sonntag kommen", sagte Romeike, dem der Schweiß bei über 30 Grad Celsius von der Stirn rann. Am Sonntag im letzten Dressurblock gehen Ingrid Klimke (Münster) mit Abraxxas und Andreas Dibowski (Egestorf) mit Leon ins Wettkampf-Viereck.

Romeike gewohnt selbstbewusst

Angesprochen auf die starken Australier, blieb Romeike gewohnt selbstbewusst: "Wir wollen ja Gegner und keine Opfer." Auch der deutsche Reiterpräsident Breido Graf zu Rantzau wollte sich nicht blenden lassen wollte: "Das war erst Tag Nummer eins. Warten wir doch mal ab. Ganz wichtig wird es am Montag." Dann geht es für die "Buschreiter" ins Gelände, am Dienstag werden nach dem Springen in Einzel- und Mannschaftswertung die Medaillen vergeben.

Vom Pech verfolgt bleibt die Mannschaft von Olympiasieger Frankreich. Zwei Tage nach der Absage von Olympiasieger Jean Teulere wegen einer Verletzung seines Pferdes Espoir De La Mere musste am Samstag auch Europameister und Top-Favorit Nicolas Touzaint zurückziehen. Sein Pferd Galan lahmte bei der Vorbereitung auf die Dressur, so dass der Olympiasieger nicht mehr zum Wettkampf antrat. Die Franzosen müssen den Wettkampf jetzt mit drei Paaren fortsetzen.

Am Rande des ersten Tages gingen Ordnungskräfte erneut gegen politische Aktivisten vor. Am frühen Morgen hatten zwei Demonstranten eine Tibet-Flagge in die Reitarena geschmuggelt. Als Sicherheitskräfte die Fahne erblickten, wurde das Paar von der Anlage verwiesen und erhielt Stadionverbot.

© SID

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