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Reitzle: Formel 1 nicht in die Hände von Medienkonzerne

Der Jaguar-Chef äußert sich zur Zukunft der Formel 1.

DÜSSELDORF. Die Formel 1 fasziniert ein Massenpublikum, und sie lebt von Legenden. Das wurde für uns besonders deutlich, als wir nacheinander zwei der profiliertesten Rennfahrer als Manager in unsere Rennsportaktivitäten einbanden: zuerst den US-Amerikaner Bobby Rahal, der in seiner Heimat alles gewann, was es zu gewinnen gab, und später Niki Lauda, der als dreifacher Weltmeister noch heute ein Weltstar ist. Die Reaktionen auf die Verpflichtungen dieser Experten zeigten, wie sehr die Formel 1 das Publikum bewegt. Mit zwei Stars dieser Klasse lässt sich oft mehr kommunizieren als durch Werbebotschaften in konservativer Form. Es werden Emotionen geweckt, die durch andere Maßnahmen nicht erreicht werden können.

Der Sport braucht Emotionen. Und die Formel 1 muss Sport bleiben, das ist für unsere Gruppe eine essenzielle Voraussetzung. Sie darf nicht in die Hände von Medienkonzernen fallen, die ihren Einfluss allein für eigene Interessen ausnutzen: Vielleicht mit Rennen an jedem Wochenende, ihre Dauer angepasst an die jeweils passenden Sendeformate, der Inhalt zum "Zirkus" verkommen.

Für mich hat Bernie Ecclestone eine tolle Aufbauarbeit geleistet. Das sieht man auch ganz klar im Vergleich mit anderen Sportarten. Wie oft hört man von dort den Wunsch, dass zu weiterer Popularisierung ja nur "ein Mann wie Ecclestone an der Spitze" fehle. Die Bühne, die Ecclestone für die Formel 1 geschaffen hat, muss gewahrt bleiben. Deshalb ist es für die engagierten Automobil-Hersteller wichtig, dazu beitragen zu können. Wir wollen, dass sich unsere Investitionen in unserem Sinne rechnen und ziehen daher an einem Strang. Wobei uns durchaus bewusst ist, dass sich ein Unternehmen wie die Formel 1 nicht nach üblichen Management-Strukturen auf mehreren Entscheidungsebenen führen lässt.

Für Jaguar ist die Formel 1 auf dem Weg vom Hersteller von Nischenprodukten zum Anbieter einer breiten Produktpalette eine ideale Kommunikations-Plattform. Selbst wenn wir erst in nächster Zeit in der Lage sein werden, ganz vorne mitzukämpfen, ist schon jetzt der erreichte Sympathiefaktor ein Gewinn. Es kann im Sport nur einen Sieger geben, aber die Formel 1 bietet auch den "Verlierern" die Chance, beim Publikum zu punkten.

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