Rekord bei Auslieferungen
Airbus weiter im Aufwind: Umsatzrekord trotz leichtem Auftragsschwund

Mit einem Rekord bei Umsatz und Auslieferungen hat das europäische Airbus-Konsortium das Jahr 2000 abgeschlossen. Bei der Zahl der Aufträge ist es aber hinter den US-Konkurrenten Boeing zurückgefallen.

dpa PARIS. Im Jahr des Programmstarts für den neuen Super-Airbus A380 verbuchte das Konsortium den bisher höchsten Umsatz von 17,2 Mrd. $, lieferte 311 Flugzeuge aus und erhielt 520 Festbestellungen im Wert von 41,3 Mrd. $ (derzeit rund 87 Mrd. DM). "Für Airbus war es ein exzellentes Jahr, auch wenn unser Konkurrent in dem Jahr einen etwas größeren Marktanteil hat", sagt Airbus-Geschäftsführer Noel Forgeard am Montag in Paris mit Blick auf den US-Konkurrenten Boeing.

Airbus teilt sich mit ihm den Markt für über 100-sitzige Flugzeuge, bei denen die Europäer nun einen Anteil von 46 % halten. US-Flugzeughersteller Boeing, den Airbus erstmals 1999 bei der Zahl der Bestellungen überflügelt hatte, hat in 2000 nach inoffiziellen Angaben 581 Flugzeuge verkauft. Dennoch kam Airbus seinem bisherigen Rekord (1998: 556 Aufträge) nahe. Fürs laufende Jahr erwartet Forgeard einen Auftragsschwund auf etwa 400 Maschinen.



Mehr Verkäufe als erwartet

1999 hatte die GIE Airbus Industrie - die im Februar in eine Aktiengesellschaft französischen Rechts (SAS) umgewandelt werden wird - 476 Festaufträge für 30,5 Milliarde $. Der Umsatz lag 1999 bei 16,7 Mrd. $. Angaben zur Ertragslage machte Forgeard mit Hinweis auf die Aktionäre EADS und BAE nicht, die sie erst im März verkünden wollen. Allerdings meinte er: "Unsere Finanzlage ist nicht schlecht, wir sind sehr erfreut." Mit mehr Verkäufen und Auslieferungen als erwartet und einem Auftragsbestand an noch auszuliefernden Flugzeugen, der den der Konkurrenz übertrifft, habe Airbus alle für das Jahr 2000 gesteckten Ziele übertroffen.

Insgesamt entspreche der Absatz des vergangenen Jahres einem Marktanteil von 46 %. Ferner zeigten die 50 Kaufverpflichtungen für den neuen Super-Airbus - die nicht zu den Bestellungen gezählt wurden - das große Marktinteresse an der A380. Der Jet soll im Jahr 2004 zum Jungfernflug starten und erstmals im März 2006 ausgeliefert werden. Ende 2000 hatte Airbus mit 1 626 noch auszuliefernden Flugzeugen den höchsten Auftragsbestand in seiner Geschichte und lag nach den Angaben auch leicht vor seinem Konkurrenten Boeing.



Umwandlung des Konzerns im Jahr 2001

Die Fertigungskadenzen werden in 2001 auf 344 Maschinen gesteigert werden und im Jahr 2003 38 Flugzeuge pro Monat erreichen. 2001 wird die Umwandlung des vor 30 Jahren gegründeten Unternehmens, das bisher Konsortialstruktur hat, in einen voll integrierten Konzern bringen. Sie soll im Februar rückwirkend zum 1. Januar wirksam werden. Seit Bestehen hat Airbus bisher weltweit 4 125 Flugzeuge verkauft und 2 499 ausgeliefert.

Mit Blick auf das A380-Programm, an dem auch die italienische Alenia beteiligt wurde, zeigte sich Forgeard optimistisch. Auch der Rechtsstreit um die Vergrößerung der Werksanlage im Mühlenberger Loch in Hamburg ändere daran nichts. Er betonte, es gebe keine Alternative zum Standort Hamburg, an dem die Inneneinrichtung, Lackierung und teilweise auch Auslieferung des neuen Super-Airbus geplant ist. Forgeard hoffe, dass die vorgebrachten Argumente die Richter überzeugen. Er werde am 14. Februar selbst in die Region reisen.

Forgeard dementierte Gerüchte über mögliche Airbus-Pläne für einen Concorde-Nachfolger, der das dreifache Investitionsaufkommen der A380 erforderlich mache, aber nur einen sehr engen Markt bediene. "Wir haben absolut keine Pläne für Überschallflugzeuge", erklärte er. Dagegen gab er Pläne für ein Frachtflugzeug bekannt, das auf der A340-200 basiert. Auf unbestimmte Zeit verschoben sei dagegen das Projekt einer A330-500, einer verkürzten Version des zweistrahligen Langstrecken-Jets A330. Airbus-Aktionäre sind der multinationale EADS-Konzern (80) sowie die britische BAe Systems. Insgesamt beschäftigt Airbus 42 000 Mitarbeiter in den vier Staaten Frankreich, Deutschland, Spanien und Großbritannien und schafft weltweit nach eigenen Angaben direkt oder indirekt 520 000 Arbeitsplätze.

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