Rekord in der Geschäftssparte Nutzfahrzeuge
Analysten sehen bei MAN solides Gewinnplus

Reuters MÜNCHEN. Der Münchner Maschinenbau- und Lkw-Konzern MAN wird nach Ansicht von Analysten am Donnerstag ein solides Gewinnwachstum für das Geschäftsjahr 1999/2000 (zum 30. Juni) vorlegen. Die Schätzungen der Experten für den Jahresüberschuss reichen von 410 bis 416  Mill. Euro, was einem Anstieg von elf bis 12,5 % gegenüber dem Vorjahreswert von 370  Mill. Euro entspräche. MAN selbst prognostizierte für den Jahresüberschuss 1999/2000 einen zehnprozentigen Anstieg. Beim Umsatz liegen die Schätzungen der Analysten mit 14,6 bis 14,8 (Vorjahr: 13,24) Mrd. Euro eng zusammen. Vor allem die Lkw- und die Druckmaschinensparte trugen nach Ansicht der Branchenkenner zu diesem Wachstum bei.

Die Sparte Nutzfahrzeuge hatte bereits im Juli einen Rekord bei Umsatz und Auftragseingang für das abgelaufene Geschäftjahr bekannt gegeben. Demnach stieg der Umsatz um 16 % auf 5,72 Mrd. Euro, der Auftragseingang legte um 25 % auf 6,19 Mrd. Euro zu. "Die Lkw-Sparte hat ein hervorragendes Jahr hinter sich", sagte Pia-Christina Schulze, Analystin bei Merck Finck & CO. Die Vorsteuermarge dürfte sich in diesem Bereich auf 4,9 % bis vielleicht fünf Prozent verbessert haben, fügte sie hinzu.

Der zweite stark wachsende Bereich des Münchener Konzerns ist der Druckmaschinen-Hersteller MAN Roland, der seine Jahreszahlen bereits am Dienstag veröffentlichte. Demnach stieg der Umsatz im Geschäftsjahr 1999/2000 um zehn Prozent auf 1,85 Mrd. Euro, das Ergebnis vor Steuern legte um 14 % auf 79 Mill. Euro zu und lag damit über den Erwartungen der Analysten.

Keine Neuigkeiten erwarten die Experten zu möglichen Akquisitionen von MAN für seine Lkw-Sparte. MAN hatte in der Vergangenheit Interesse an einem Zukauf bei Nutzfahrzeugen gezeigt, wie zum Beispiel der Fiat-Tochter Iveco oder der skandinavischen Scania, die Akquisition aber immer von "vernünftigen Preisen" und der Kontrolle des fusionierten Unternehmens abhängig gemacht. Dass MAN sich bei solchen Transaktionen Zeit lasse und abwäge, sei vernünftig, sagte Frank Wischmann von der Bankgesellschaft Berlin. "Zu teure Akquisitionen werden auch vom Markt abgestraft."

Die Spekulationen über einen Zukauf für die MAN - Nutzfahrzeug-Sparten hätten sich nun beruhigt, sagte Merck-Finck-Analystin Schulze. Das drücke allerdings auf den Aktienkurs. "Die Phantasie ist ein bisschen draußen aus den Titeln." Schulze sieht die MAN-Aktien derzeit als "Outperformer". Im Juni hatte die MAN-Aktie noch bei Kursen um 37  Euro notiert, war im August aber auf ein Jahrestief von 30,17 Euro gefallen. Am Dienstagvormittag lagen die Aktien leicht im Minus bei 32,55  Euro. Axel Luther von der BHF-Bank gesteht den Aktien aber noch Potenzial zu. Er stuft die Papiere als "Trading Buy" mit einem Kursziel von 39  Euro ein.

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