Rekordbeteiligung bei Messe
Weniger Kleinaktionäre in Deutschland

Das Vertrauen in die Kapitalanlage Aktie hat durch Kursrutsche und Bilanzskandale kräftig gelitten. Innerhalb eines Jahres sei in Deutschland die Zahl der Besitzer von Aktien und Aktienfonds-Anteilen um nahezu zwei Millionen gesunken, teilte das Deutsche Aktieninstitut (Frankfurt/Main) am Mittwoch in Düsseldorf mit.

HB/dpa DÜSSELDORF. Nach der jüngsten Analyse zum ersten Halbjahr 2002 gebe es in Deutschland noch 11,6 Mill. Kleinaktionäre und Besitzer von Fonds-Anteilen. Beim Höchststand im ersten Halbjahr 2001 seien es 13,5 Mill. gewesen. Die privaten Anleger hätten nach Angaben der Bundesbank im Jahr 2001 netto 28,7 Mrd. Euro aus der Direktanlage in Aktien abgezogen.

Das Vorhaben der Bundesregierung, die Besteuerung der so genannten Spekulationsgewinne zu verschärfen, wäre fatal für die Aktie, betonte das Geschäftsführende Vorstandsmitglied des Aktieninstitutes, Rüdiger von Rosen. Die Wertpapiere spielten nicht nur für die Altersvorsorge eine große Rolle, sondern auch für die Entwicklung der Wirtschaft. Mit der Ausgabe von Aktien könnten Unternehmen ihr Eigenkapital stärken, um Investitionen umzusetzen. Dadurch entstünden Arbeitsplätze. In diesem Jahr habe es bisher nur sieben Börsengänge gegeben nach insgesamt 317 in den Jahren 1999 und 2000 sowie 26 im Jahr 2001. "Die Börse ist als Instrument der Unternehmensfinanzierung derzeit außer Betrieb", sagte von Rosen.

Gemeinsames Ziel von Politik und Wirtschaft müsse es sein, das Vertrauen in die Anteilsscheine zu stärken. Das Aktieninstitut regte an, für Wirtschaftskriminalität Schwerpunkt-Staatsanwaltschaften aufzubauen. Mit kriminellen Machenschaften erworbende Vermögen von Managern sollten eingezogen werden. Die Unternehmen sollten die Transparenz mit klaren Verhaltensrichtlinien und unverzüglichen Informationen über kursrelevante Tatsachen erhöhen. Bei Anlegern gelte es, übertriebene Erwartungen zu verhindern. "Eine Aktie kann auf Dauer keine höhere Rendite erzielen als das Unternehmen, das dahinter steht", unterstrich von Rosen. Diese banale Tatsache sei vielen Anlegern nicht bewusst gewesen.

Die Internationale Anlegermesse IAM (7. bis 9. November) öffnet in Düsseldorf mit einer Rekordbeteiligung ihre Tore. Die Ausstellerzahl sei um 25 auf 189 gestiegen, hieß es. Die Messe Düsseldorf erwartet, das auch die Besucherzahl wächst. Vor 2 Jahren kamen gut 20 000 Privatanleger, um sich direkt bei Unternehmen und Finanzexperten zu informieren.

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