Rekordergebnis prognostiziert
Henkel-Aktie gibt trotz guter Zahlen ab

Trotz Vorlage guter Zahlen haben die Aktien von Henkel am Montag nachgegeben. Händler begründeten den Rückgang damit, dass der Düsseldorfer Waschmittel- und Konsumgüterhersteller bei der Vorlage seiner Neunmonats-Zahlen keine Lösung für die Chemie-Sparte Cognis vorgestellt hatte. Die Henkel-Papiere notierten um 11 Uhr MEZ 5,2 % im Minus bei 73 Euro und führten damit die Verliererliste im Dax deutlich an.

rtr FRANKFURT/DUBLIN. Der DAX lag zur selben Zeit mit 0,9 % bei 6796 Punkten im Minus. Zwar seien die Zahlen für die ersten neun Monate gut ausgefallen, doch "der Markt hat erwartet, dass Henkel heute eine klare Lösung für Cognis vorstellt und nicht, dass man eine Investmentbank beauftragt hat, die nach einer Lösung sucht", sagte ein Händler. "Die Erwartung war im Kurs drin, nun kommt es zu einem Abschlag."

Am Morgen hatte der Düsseldorfer Waschmittel- und Konsumgüterhersteller mitgeteilt, in den ersten neun Monaten 2000 Umsatz und Ergebnis kräftig gesteigert zu haben. Der Umsatz sei von Januar bis September 2000 um 12,1 % auf 9,4 (Vorjahr 8,4) Mrd. Euro gestiegen. Das betriebliche Ergebnis sei um 11,3 % auf 704 (632) Mill. Euro geklettert. Beim Ergebnis vor Steuern legte der Konzern um 24,1 % auf 618(498) Mill. Euro zu.

Henkel - Intraday-Chart

Für das laufende Jahr wurde bekräftigt, der Konzern erwarte ein Rekordergebnis. Der Umsatz werde bei mindestens 12,5 (11,4) Mrd. Euro liegen. Erwartet würden zudem eine zweistellige Steigerung beim operativen Ergebnis und beim Ergebnis je Aktie, hieß es weiter.

Zur Zukunft der vor gut einem Jahr ausgegliederten Chemiesparte Cognis hieß es, Henkel habe eine internationale Investmentbank beauftragt, Henkel und Cognis bei der Suche nach einem geeigneten Partner zu unterstützen. Dies könne sowohl ein industrieller Partner als auch ein Kapitalinvestor sein. Jetzt würden alle Möglichkeiten geprüft, die auch den mehrheitlichen oder vollständigen Kauf von Cognis einschlössen. Bislang hatte Henkel die Mehrheit an der Chemietochter behalten wollen. Interesse an US-Kometikfirma Clairol

Unterdessen hat Henkel-Chef Ulrich Lehner in Dublin Interesse an dem US-Kosmetikhersteller Clairol signalisiert. "Wir haben erfahren, dass die Kosmetiksparte von Bristol Myers zum Verkauf steht und werden uns diese Option eventuell ansehen", sagte Lehner laut Redetext vorab. In den vergangenen Wochen war in Branchenkreisen darüber spekuliert worden, ob Henkel ein Gebot für Clairol abgeben würde. Wie es in Branchenkreisen hieß, wäre eine Übernahme von Clairol für Henkel sinnvoll. Es sei aber damit zu rechnen, dass auch noch Procter & Gamble oder Loreal mitbieten würden. Als möglicher Kaufpreis war für Clairol eine Summe von um die 4 Mrd. $ genannt worden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%