Rekordgewinn des Vorjahres soll mindestens wiederholt werden
Porsche bleibt auf der linken Spur

Der Stuttgarter Sportwagenhersteller Porsche hat im abgelaufenen Geschäftsjahr trotz der schwachen Autokonjunktur Umsatz und Gewinn gesteigert. Bei Produktion und Absatz wurde zudem das Vorjahresniveau beinahe erreicht.

Reuters STUTTGART. Der Konzernumsatz sei 2001/02 (zum 31. Juli) vorläufigen Zahlen zufolge um knapp zehn Prozent auf 4,8 (Vorjahr: 4,4) Milliarden Euro gestiegen, teilte Porsche am Mittwoch mit. Der Gewinn vor Steuern habe zweistellig zugelegt, erklärte das Unternehmen, ohne allerdings eine Zahl zu nennen. Im Vorjahr hatte der Autobauer 592,4 Millionen Euro vor Steuern verdient. Ein Konzernsprecher sagte auf Anfrage, genaue Ertragszahlen würden nicht vor Oktober bekannt gegeben. Zu diesem Zeitpunkt wolle man dem Markt lediglich den Trend mitteilen. Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hatte im Juli erklärt, 2001/02 mindestens den Rekordgewinn des Vorjahres zu wiederholen.

Mehr 911er, weniger Boxster

Der Fahrzeugabsatz schrumpfte den Angaben zufolge trotz der weltweit schwachen Automärkte nur geringfügig um 0,6 Prozent auf 54 234 Stück nach 54 586 im Jahr davor. Davon entfielen 32 337 Einheiten auf die Baureihe 911, die damit um 21 Prozent zulegte.

Die Nachfrage nach dem Boxster ging indes deutlich um 21 Prozent zurück auf 21 897. Angesichts des bevorstehenden Modellwechsels sei dies aber nicht überraschend, erklärte Porsche. Die gesamte Fahrzeugproduktion schrumpfte im Berichtszeitraum um 1,3 Prozent auf 55 050 Fahrzeuge.

Porsche bekommt als Hersteller von Luxusautos für eine zahlenmäßig geringere, in der Regel ohnehin gut betuchte Klientel die weltweite Konsumflaute weit weniger zu spüren als die so genannten Volumenhersteller wie etwa Volkswagen. Die schwache Konjunkturentwicklung und die daraus resultierende Kaufzurückhaltung der Verbraucher schlägt sich vor allem bei den Produzenten für den so genannten Massenmarkt negativ nieder.

Für das laufende Geschäftsjahr 2002/03 ist Porsche nach eigenen Worten "ausgesprochen zuversichtlich". Die Nachfrage nach den Baureihen 911 und Boxster sei anhaltend positiv. Hinzu komme von diesem Dezember an der Verkaufsstart des neuen Sport-Geländewagens Cayenne. Mit Hilfe des Cayenne werde Porsche Umsatz, Absatz und Ertrag weiter steigern, kündigte das Unternehmen an.

Porsche-Chef Wiedeking hatte im vergangenen Monat bei der Eröffnung des Porsche-Werks in Leipzig erklärt, der Cayenne werde "ein riesiger Geschäftserfolg". Mit dem Cayenne wollen die Zuffenhausener ihren Absatz im laufenden Geschäftsjahr auf einen Schlag um rund 50 Prozent auf 75 000 Fahrzeuge erhöhen. Die Entscheidung über eine mögliche vierte Baureihe will Porsche nach eigenen Angaben allerdings nicht vor Mai kommenden Jahres treffen. Zunächst müsse sich der Cayenne durchsetzen.

Der Kurs der Porsche-Aktie lag am Mittwochnachmittag in einem schwachen Gesamtmarkt knapp zwei Prozent im Minus bei 461 Euro. Wegen der Weigerung Wiedekings, Quartalsberichte zu veröffentlichen, war der Autobauer von der Deutschen Börse jüngst aus dem Nebenwerte-Index MDax ausgeschlossen worden.

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