Rekordmonat Oktober
Deutscher Außenhandel boomt wie nie

afp WIESBADEN/BERLIN. Deutschland steuert auf einen sicheren Ausfuhrrekord zu: Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte, wurden im Oktober die bisher höchsten Ein- und Ausfuhrwerte erreicht, die jemals in einem Monat gemessen wurden. Im Gesamtjahr dürfte damit erstmals die Schallgrenze von einer Billion DM bei den Exporten durchbrochen werden; an diese Grenze könnten sogar auch die Importe heranreichen. Der Bundesverbandes des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA) warnte vor Euphorie: Er schob den Exportboom vor allem dem schwachen Euro zu, der deutsche Produkte im Ausland verbillige. "Wir glauben zu schieben, aber wir werden geschoben", kommentierte BGA-Präsident Michael Fuchs die jüngsten Außenhandelszahlen.

Im Oktober wurden laut Statistischem Bundesamt Waren im Wert von 111,6 Milliarden DM (57,1 Milliarden Euro) exportiert und Waren für 99,3 Milliarden DM (50,8 Milliarden Mark) ins Land geholt. Damit hätten die Ausfuhren im Oktober 27,7 Prozent höher gelegen als ein Jahr zuvor und die Einfuhren 30 Prozent. Leicht unterdurchschnittlich wuchs demnach der Außenhandel mit den Partnerstaaten der Europäischen Union, etwas stärker legte der Warenaustausch mit den so genannten Drittländern zu.

Überschuss von 12,3 Milliarden Die Außenhandelsbilanz schloss im Oktober mit einem Überschuss von 12,3 Milliarden DM (6,3 Milliarden Euro) ab; das ist deutlich mehr als in den Vormonaten. Die meist negative Leistungsbilanz, die außer den Warenströmen etwa auch den Transfer von Dienstleistungen oder Überweisungen aus Deutschland ins Ausland erfasst, schloss mit einem vergleichsweise niedrigen Defizit von 2,3 Milliarden DM (1,18 Milliarden Euro) ab.

In den ersten zehn Monaten des Jahres betrug der Wert der Ausfuhren nunmehr 959,1 Milliarden DM (490,4 Milliarden Euro) und jener der Einfuhren 867,3 Milliarden DM (443,4 Milliarden Euro). Damit sind schon fast die Zahlen des gesamten vorangegangenen Jahres erreicht: 1999 hatten sich die Exporte auf insgesamt 997,5 Milliarden DM (509,8 Milliarden Euro) und die Importe auf 869,9 Milliarden DM (444,8 Milliarden Euro) summiert.

Schwacher Euro unterstützt Ausfuhren

BGA-Präsident Fuchs lobte die Rekordergebnisse, schrieb sie aber vorrangig Wechselkurseffekten gut. Die Binnenkonjunktur laufe noch keineswegs "hochtourig". Zudem sei der schwache Euro zwar für die Ausfuhren günstig, auf der Einfuhrseite aber stiegen sie importierten Inflationsrisiken. Die Importe hätten sich stark verteuert, erinnerte Fuchs. Im Oktober seien die Einfuhren abermals stärker als die Ausfuhren gestiegen.

Dennoch seien die Aussichten in den wichtigsten Absatzmärkten der deutschen Wirtschaft "vielversprechend", urteilte Fuchs. Die US-Wirtschaft wachse nach wie vor stärker als die europäischen Volkswirtschaften, und der asiatische Wirtschaftsraum melde sich nach überstandener Krise verstärkt zurück. Die Konjunktur in den europäischen Nachbarländern gestalte sich "lebhaft".

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%