Rekordniveau angestrebt
Conti setzt sich ehrgeizige Ziele

Der Reifenhersteller und Autozulieferer Continental hat trotz Einbußen in seinem Kerngeschäft im ersten Quartal 2002 Umsatz und Ergebnis deutlich verbessert.

Reuters HANNOVER. Wie Conti am Donnerstag mitteilte, stieg der Umsatz um 6,1 Prozent auf 2,734 Milliarden Euro und lag damit im Rahmen der Prognosen von Branchenexperten. Mit dem Zuwachs beim operativen Ergebnis (Ebita) von 16,5 Prozent auf 148 Millionen Euro übertraf Conti allerdings die Erwartungen der von Reuters befragten Analysten deutlich, die rund 132 Millionen Euro prognostiziert hatten. Den Konzernüberschuss steigerte der Konzern um gut 60 Prozent auf 68 Millionen Euro, während die Expertenprognose bei 53 Millionen Euro lag. Für das Gesamtjahr 2001 war Conti infolge von Werksschließungen erstmals seit zehn Jahren in die Verlustzone geraten.

Erstes Quartal lässt bereits hoffen

Das erste Quartal bestätige die positiven Erwartungen für das Gesamtjahr, erklärte Conti-Chef Manfred Wennemer. Conti rechne mit einem leichten Umsatzplus und einem deutlich verbesserten operativen Ergebnis. Konzernsprecher Andreas Meurer bestätigte auf Nachfrage, dass Conti trotz der noch unsicheren Konjunkturentwicklung sein ehrgeiziges Ergebnisziel für dieses Jahr beibehalte. "Die Zielvorgabe, nach dem Verlust im vorigen Jahr bereits 2002 wieder ein operatives Ergebnis auf dem Rekordniveau von 2000 zu erzielen, bleibt unverändert bestehen", sagte Meurer. Die Zielmarke für das operative Ergebnis (Ebita) liegt damit bei 533 Millionen Euro.

Im vorigen Jahr hatte der Konzern dagegen nur ein Ebita von 33 Millionen Euro erwirtschaftet und musste auf Grund der Belastungen aus fünf Werksschließungen einen Nettoverlust von 258 Millionen Euro ausweisen. Conti wies in seiner Quartalsbilanz am Donnerstag darauf hin, dass in 2002 nicht mehr mit Sonderbelastungen zu rechnen sei.

Umsatzeinbußen in den Sparten Pkw- und Lkw-Reifen

Der Umsatzzuwachs ist den Angaben zufolge vor allem der Sparte Automotive Systems zu verdanken, in die erstmals die neue Elektronik-Tochter Temic von Jahresbeginn an vollständig einbezogen wurde. Dagegen verzeichneten die Sparten Pkw- und Lkw-Reifen Umsatzeinbußen um jeweils zwei Prozent, was Conti vor allem auf die schwächere Nachfrage in Westeuropa zurückführte. In den USA sei das Reifengeschäft dagegen bei Pkw-Reifen besser und bei Lkw-Reifen stabil auf Vorjahresniveau gelaufen.

Beide Reifensparten verbesserten nach den Problemen mit Überkapazitäten im Vorjahr ihre Ergebnisse. Bei Pkw-Reifen habe die Trennung vom defizitären Reifenhandel in Großbritannien zusätzlich positiv zu Buche geschlagen, teilte Conti mit.

Probleme mit ContiTech

Bei der Tochter ContiTech, die unter anderem Dichtungen und Förderbänder herstellt, kam zu einem Umsatzrückgang von sechs Prozent auch ein Ergebnisminus um 20 Prozent hinzu. Dies sei vor allem auf "Ineffizienzen" in zwei Bereichen zurückzuführen, hieß es. Damit dürften bei ContiTech, deren kompletter Verkauf im vorigen Jahr gescheitert war, Überlegungen für eine Trennung zumindest von Teilbereichen wieder beschleunigt werden, falls eine rasche Rückkehr in die Gewinnzone nicht gelingen sollte. Konzernchef Wennemer hatte nach seinem Amtsantritt im vorigen Herbst erklärt, alle Bereiche der Conti stünden auf dem Prüfstand und müssten profitabel arbeiten.

Außer ContiTech haben der Quartalsbilanz zufolge alle Sparten ihre Ergebnisse verbessert. Die im vorigen Jahr durch Verluste belastete Reifentochter Continental Tyre of North America wird seit Jahresbeginn nicht mehr gesondert bilanziert, sondern in die Sparten Pkw- und Lkw-Reifen einbezogen.

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