Rekordtief
Zahl der Börsengänge bei US-Startups fällt

Im ersten Quartal 2008 gab es so wenig Neuemissionen wie seit fünf Jahren nicht. Experten gehen davon aus, dass die Investoren den Gewinnprognosen der jungen Unternehmen nicht glauben. Und auf eine rasche Erholung machen sie wenig Hoffnung.

NEW YORK. In den USA ist die Zahl der Börsengänge von Startup-Unternehmen im ersten Quartal auf ein Fünfjahres-Tief gefallen. Nach Angaben des amerikanischen Verbandes der Wagniskapitalgeber (National Venture Capital Association, NVCA) haben in dem Zeitraum lediglich fünf Gesellschaften den Sprung aufs Börsenparkett gewagt und dabei 272,8 Mill. Dollar (175,3 Mill. Euro) erlöst. Im vierten Quartal 2007 waren es noch 31 Jungunternehmen, in den ersten drei Monaten vergangenen Jahres 19.

"Der Markt ist ausgetrocknet. Die Leute sind sehr viel vorsichtiger", sagte NVCA-Präsident Mark Heesen in einem Interview mit Bloomberg. Die letzte derartige Flaute gab es Heesen zufolge im zweiten Quartal 2003, als lediglich zwei Börsengänge verzeichnet wurden.

Nach Einschätzung von Paul Bard, der beim Marktbeobachter Renaissance Capital Corp. in Greenwich, Connecticut, den IPO- Markt verfolgt, befürchten Investoren, dass die Gewinnprognosen der jungen Unternehmen zu hoch gegriffen sind. "Wenn Wachstumsunternehmen zu einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von zehn gehandelt werden, ist das ein Anzeichen dafür, dass niemand die Schätzungen glaubt", sagte Bard.

Der Bloomberg IPO Index, der die Wertentwicklung von Aktien in ihrem ersten Jahr nach dem Börsengang abbildet, hat im zurückliegenden Jahr insgesamt 21 Prozent eingebüßt.

Dieses Misstrauen ist umso verständlicher, als bei Technologie-IPOs aus dem Jahr 2007 derzeit die Gewinnschätzungen revidiert werden. Ein Beispiel ist der Softwarehersteller VMware Inc. aus Kalifornien: Am Mittwoch senkte Philip Winslow, Analyst von type="organisation" value="CH0012138530">Credit Suisse, den Gewinnausblick für dieses und für das kommende Jahr und empfahl die Aktien zum Verkauf. Vergangenes Jahr war VMware noch einer der erfolgreichsten Börsengänge. Von der Erstnotierung am 13. August 2007 bis Ende 2007 verteuerte sich die Aktie zunächst fast 64 Prozent. Im laufenden Jahr hingegen hat der Kurs jedoch wieder mehr als 45 Prozent nachgegeben.

Angesichts der Zahl bestehender Anträge auf einen Börsengang dürfte sich die Lage am IPO-Markt auch in den kommenden Monate kaum bessern. Nach Worten von Heesters haben insgesamt 38 Jungunternehmen derzeit entsprechende Unterlagen eingereicht - Ende des vierten Quartals waren es noch 60. Bloomberg

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