Rekruten für die US-Army
Spielend zum Helden

Junge amerikanische Computerspiel-Fans haben möglicherweise noch nicht von der US-Army gehört - und davon, dass Sie dabei sein könnten. Das jedenfalls scheint die Armee zu befürchten. Sie will sie ködern - mit Computerspielen.

DÜSSELDORF. Mit "America?s Army" sollen die Spiele-Freaks ausprobieren, wie es ist, US-Soldat zu sein - und dabei natürlich auf den Geschmack kommen. Wenn sich daraufhin nur 300 bis 400 zusätzliche Rekruten melden, hätten sich die Entwicklungskosten von rund sieben Millionen Dollar schon gelohnt, meint der zuständige Armee-Vertreter, Casey Wardynski.

Pünktlich zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli stand der erste Teil, "Operations", im Netz zur Verfügung - kostenlos unter www.americasarmy.com. Zusätzlich soll es das Spiel künftig auf anderen Spieleseiten und auf CD geben.

In "Operations" geht der Spieler als Soldat auf verschiedene Missionen im Kampf gegen den Terror. Zehn sind es zunächst, neun weitere Aufträge sind angekündigt. Vor dem ersten Einsatz müssen die Spieler - eben wie im richtigen Leben - eine Ausbildung absolvieren: mit Hindernisläufen, Schießübungen und schimpfenden Ausbildungs-Offizieren.

Fertig ausgebildet, müssen die virtuellen Soldaten beispielsweise einen anderen Kameraden aus den Fängen von Terroristen befreien. Bei dieser wie auch bei allen anderen Missionen kämpft der Spieler immer online in einer Gruppe von bis zu 32 Personen gegen ein zweites Team, die Terroristen.

In der US-Army gibt es keine Bösen

Der Unterschied zu anderen Spielen ähnlicher Machart: Die Rolle des Bösen steht nicht zur Wahl. Beide Seiten sehen sich selbst als Soldaten und die anderen Spieler als die Terroristen. Klar: Schließlich will die Army mit den Spielen auch keine Terroristen ausbilden, sondern Rekruten gewinnen.

Deshalb folgt im Herbst auch ein zweites Spiel: In "Soldiers" können sich die Spieler auf der militärischen Karriere-Leiter hocharbeiten - zu rund 20 Armee-Laufbahnen.

Ein Gefühl für die Abläufe in der Armee sollen die Spieler bekommen, erklärt Sprecher Paul Boyse. Sie sollen militärische Taktiken, Karrieremöglichkeiten und amerikanische Werte kennen lernen.

Für Armee-Berater Wardynski ist die neue Form der Rekrutierung nur eine logische Entwicklung: "Im zweiten Weltkrieg hatten wir Wochenschauen. Dann kamen TV-Spots. Dann Banner. Das ist einfach der nächste Schritt."

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