Relativ ruhiger Handel
Dax verliert 0,9 Prozent

Angesichts der Kursverluste in den USA zeigten sich einige Händler überrascht, dass sich die deutschen Aktien noch so gut gehalten hätten.

vwd FRANKFURT/M. Etwas leichter haben die Notierungen am deutschen Aktienmarkt am Mittwoch geschlossen. Der Dax verlor 0,9 Prozent oder 55,34 Punkte auf 6 215,25 Zähler. Händler sprachen von einem relativ ruhigen Handel. Angesichts der Kursverluste in den USA, wo vor allem die Notierungen an der Nasdaq im Verlauf unter Druck standen, zeigten sich einige Händler überrascht, dass sich die deutschen Aktien noch so gut gehalten hätten. Vor allem Technologiewerte lagen deutlich im Minus. Die Stimmung im Technologiesegment sei vor allem vom verschlechterten Ausblick von Infineon verhagelt worden, hieß es.

Die hohen Inflationsrate habe den Handel allgemein belastet, hieß es. Erneut habe sich der befürchtete Anstieg der Verbraucherpreise in Deutschland fortgesetzt, kommentierten Händler die am Morgen veröffentlichten Zahlen. Die Verbraucherpreise im Mai waren vorläufig um 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen, was den stärksten Anstieg auf Vorjahresbasis seit Dezember 1993 bedeutete. Sollte sich der Anstieg als dauerhaft bestätigen, gerate die Europäische Zentralbank (EZB) in eine schwierige Lage, da ihr dadurch das Mittel einer weiteren Leitzinssenkung zur Konjunkturbelebung genommen werde, so die Interpretation einiger Händler.

Im Technologiesegment legten SAP gegen die Tendenz um 0,6 Prozent auf 179,11 Euro zu. Die Möglichkeit einer Allianz zwischen SAP und IBM im E-Business-Bereich sei "hoch wahrscheinlich", hieß es unter Händlern, nachdem am Morgen in Presseberichten über eine mögliche Allianz der beiden Unternehmen spekuliert worden war.

Ins Minus drehten Deutsche Telekom, nachdem der Markt auf die veröffentlichten Quartalszahlen zunächst positiv reagiert und der Kurs rund zwei Prozent zugelegt hatte. Selbst die Verdoppelung der Verluste bei T-Mobile "hat man am Markt wohl erwartet", sagten Händler. Wichtiger sei jedoch die Aussicht, "doch billiger an Voicestream zu kommen". Telekom gaben rund 1,3 Prozent auf 26,50 EUR ab. Infineon waren der Tagesverlierer im Dax, nachdem das Unternehmen die Prognose für den DRAM-Speicher-Absatz zurückgenommen und der Vorstandsvorsitzende Schumacher eingeräumt hatte, dass Infineon im dritten Quartral einen Verlust erwirtschaften könnte. Händler sprachen von "verdorbener Laune" auf den Titel. Infineon schlossen mit einem Minus von 4,5 Prozent bei 43,84 Euro. Anderen Titeln im Segment erging es ebenfalls schlecht: Epcos verloren 2,7 Prozent auf 77,45 Euro, Siemens gaben 0,8 Prozent auf 89,97 Euro ab.

Automobiltitel hielten sich knapp behaupteten. Volkswagen verloren 0,5 Prozent auf 59,75 Euro, obwohl der Aufbau eines Schutzes gegen Übernahmen vom Handel sehr positiv gewertet wurde. Schließlich handele es sich dabei um "ein klares Bekenntnis dazu, dass der Kurs zu tief ist", hieß es. BMW gaben 0,6 Prozent auf 40,16 Euro ab, Daimler-Chrysler reduzierten sich um 1,3 Prozent auf 56,20 Euro. Bei Lufthansa waren nach Händlerangaben, Gewinnmitnahmen nach der guten Entwicklung des Vortages zu beobachten. Lufthansa gaben 2,8 Prozent auf 22,64 Euro nach, obwohl das Thema Streik als erledigt betrachtet wird, wie Händler meinen.

Im MDax, der mit einem Minus von 0,2 Prozent auf 4 746,28 knapp behauptet schloss, profitierten Continental von der Hoffnung, dass Unternehmen könne als Zulieferer für Ford in Frage kommen. Auch der gute Ausblick auf der Hauptversammlung beflügelte den Kurs. Die Aktie stieg um 3,6 Prozent auf 17,35 Euro. Tagesgewinner im MDax waren die Aktien von Spar. Nach einem Übernahmeangebot der französischen Kaufhauskette Intermarche legten sie um 114 Prozent auf 5,94 Euro zu.

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