Rémi Redley, 53, ist Präsident des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater
Wie fühlt man sich eigentlich, Herr Redley....

... wenn man eine Branche repräsentiert, der unterstellt wird, auf krumme Weise an Aufträge zu kommen?

... wenn man eine Branche repräsentiert, der unterstellt wird, auf krumme Weise an Aufträge zu kommen?*

Uns hat sehr geärgert, dass insbesondere die Opposition versucht hat, Herrn Gerster und damit die Bundesregierung zu treffen, indem sie Angriffe auf die Unternehmensberater und deren Tätigkeit bei der Bundesagentur für Arbeit unternommen hat. Hier wurde bewusst Schaden für eine ganze Branche in Kauf genommen, um die Unfähigkeit der Bundesregierung zu demonstrieren, die ohne Unterstützung externer Spezialisten nicht mehr regierungsfähig sei.

Die künstlich angeheizte Debatte hat in vielen Institutionen des Öffentlichen Dienstes große Verunsicherung geschaffen. Zwei mir als sehr kompetent bekannte, führende Beamte sagten mir unabhängig voneinander, sie hätten aufgrund der öffentlich ausgetragenen politischen Kontroverse zur Zeit Bedenken, Aufträge an Unternehmensberater zu vergeben. In dieses Bild der Zurückhaltung passt, dass zwei kleinere Auftraggeber aus dem Öffentlichen Dienst, mit denen wir Beratungsaufträge schon komplett durchverhandelt hatten, kurz vor der Unterzeichnung einen Rückzieher gemacht haben, weil sie aus politischen Gründen kalte Füße bekommen haben.

So ist also nicht nur bei uns Beratern, sondern auch in öffentlichen Einrichtungen viel Schaden angerichtet worden, weil dringend notwendige Änderungen unterbleiben oder zumindest verzögert werden.

Die Frage stellte Hans Eschbach.

*Bei der Diskussion um die Verträge, die der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Florian Gerster, mit Beratern abgeschlossen hatte, wurde auch die Unternehmensberaterbranche unter dem Stichwort Vergabesumpf mit angegriffen.

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