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Renault plant Einschnitte im europäischen Händlernetz

Der französische Autokonzern Renault plant nach Aussagen des Vorstandschefs Louis Schweitzer Einschnitte im europäischen Händlernetz. Bis 2004 solle die Zahl der Händler in Europa auf 800 von derzeit 1900 reduziert werden, zitiert die "Financial Times Deutschland" den Firmenchef.

Reuters FRANKFURT. Renault werde kleinere Händler zum Zusammenschluss auffordern, so dass die Zahl der Verkaufsstellen gleich bleibe. Um Kosten zu sparen solle zudem die Entwicklungszeit neuer Modelle mit Hilfe des japanischen Partners Nissan deutlich reduziert werden. Renault werde sich der von Nissan verwendeten Modelle für die Entwicklung von Neufahrzeugen bedienen. "Das wird uns helfen, Fahrzeuge rascher auf den Markt bringen", sagte Schweitzer weiter.

Die Entwicklungszeit solle auf zwei Jahre und vier Monate von derzeit fast drei Jahren verringert werden, sagte der Firmenchef. Schweitzer bekräftigte, dass Ergebnisbeiträge aus dem Bündnis mit Nissan künftig das finanzielle Ergebnis des Konzerns verbessern würden. Renault will seinen Anteil an Nissan früheren Angaben zufolge auf 44,4 % auf 36,8 % erhöhen. Nissan will zudem 15 % an Renault übernehmen. Das Geschäft soll bis Mitte 2002 abgewickelt sein und für beide Seiten Kosteneinsparungen in der Entwicklung von Bauteilen und Fertigungsstätten sowie einen besseren Marktzugang bringen. Schweitzer rechnet dem Bericht zufolge fest mit der Zustimmung der Regulierungsbehörde für diese erweiterte Allianz.

Renault wolle zwischen 2001 und 2004 rund eine Milliarde Euro jährlich sparen, sagte Schweitzer weiter. Beim Einkauf von Zulieferteilen sei das Einsparziel 2001 verfehlt worden. "Wegen der Lage der Zulieferer und der Rohstoffkosten war es in der ersten Hälfte des Jahres schwieriger, die Kosten im Einkauf zu senken", sagte der Renault-Chef. Deshalb versuche das Unternehmen jetzt, an anderen Stellen drastisch zu sparen. Dazu sollten auch die Bestände fertiger Fahrzeuge reduziert und die Kosten in Vertrieb und Logistik gesenkt werden.

Schweitzer wies Berichte zurück, wonach Renault beim Unternehmensergebnis hinter Wettbewerber wie Peugeot oder Volkswagen zurückgefallen sei. "Aber wir müssen ein Problem in den Griff bekommen. Vor der Einführung eines Neuwagens der Mittelklasse zeigt sich bei uns immer ein beträchtlich niedrigeres Finanzergebnis", schränkte er ein. Morgan Stanley Dean Witter erwartet dem Zeitungsbericht zufolge für das Gesamtjahr einen Vorsteuergewinn bei Renault von 667 Mill. Euro nach 1,88 Mrd. Euro im Vorjahr.

Ende Oktober hatte Renault für 2001 einen Nettogewinn in etwa auf Vorjahresniveau von rund 1,1 Mrd. Euro in Aussicht gestellt. Zugleich wies der Konzern darauf hin, die operative Marge in der zweiten Jahreshälfte könne unter den ohnehin schon niedrigen Wert des ersten Halbjahres fallen. Grund seien Absatzrückgänge bei den älteren Modellen "Megane" und "Scenic".

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