Renditeziele bekräftigt
Luftfahrtkrise lastet auf EADS

Europas Flugzeugbau- und Rüstungskonzern EADS will mit einem verschärften Sparkurs die anhaltende Luftfahrtkrise meistern. "2003 wird für uns und Airbus ein schwierigeres Jahr werden", sagte EADS-Co-Chef Rainer Hertrich am Dienstagabend in München.

HB/dpa MÜNCHEN. Die Airbus-Tochter rechne für das kommende Jahr aber weiterhin mit der Auslieferung von erneut 300 Flugzeugen. Damit werde man bei den Produktionszahlen erstmals vor dem US-Konkurrenten Boeing liegen. Sorgenkind des Konzerns bleibe die Raumfahrtsparte. Sein Ziel einer operativen Umsatzrendite von zehn Prozent wird EADS laut Hertrich möglicherweise erst 2007 erreichen. Ursprünglich wurde dies bereits für 2004 angepeilt.

Angesichts der Zurückhaltung bei vielen Rüstungsprojekten, der Probleme in der Raumfahrt und der Luftfahrtkrise nach den Terroranschlägen sei das Jahr 2002 für EADS noch gut verlaufen, sagte Hertrich. Airbus habe, wie zuletzt geplant, 300 Flugzeuge ausgeliefert. Beim Gesamt-Umsatz werde der Konzern das angekündigte Ziel von rund 30 Mrd. ? (Vorjahr: 30,8 Mrd Euro) erreichen. Auch beim Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) liege man im Plan. Zuletzt hatte EADS hier einen Rückgang von 1,7 auf 1,44 Mrd. ? angekündigt.

Hertrich betonte, der Konzern habe sich nicht von seinen Renditezielen verabschiedet. Er wollte sich aber nicht festlegen, ob die Zehn-Prozent-Marge nun 2005 erreicht werden könne. "Da muss auch das wirtschaftliche Umfeld stimmen." Ab dem Jahr 2007 werde aber der neue Riesenflieger A380 den Ertrag beflügeln. "Wenn die A380 im Markt ist, wird die Firma einen Quantensprung im Ergebnis machen." Spätestens 2007 würden daher die zehn Prozent Rendite erreicht.

Da derzeit noch nicht absehbar ist, wann der Luftfahrtmarkt wieder anspringt, haben für EADS nun weitere Einsparungen Priorität. Bis 2005 sollen noch einmal erhebliche Kostenreduzierungen erreicht werden. Hertrich ließ offen, ob dabei ein Abbau von Arbeitsplätzen notwendig sei. Gerade bei der Raumfahrttochter Astrium sei es aber möglich, dass die bisher verkündete Streichung von 1200 Arbeitsplätzen nicht ausreicht. Die ohnehin schon geschwächte Raumfahrtsparte hatte in der vergangenen Woche einen Rückschlag erlitten, als die neuen Trägerrakete Ariane 5-Plus nur wenige Minuten nach ihrem Start gesprengt werden musste. Hertrich betonte aber, der Konzern werde an der Raumfahrt festhalten.

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