Rennen um demokratische Präsidentschaftskandidatur wird immer enger
Obama holt mit Vierfach-Triumph auf

Mit triumphalen Siegen bei vier Vorwahlen hat der demokratische Bewerber Barack Obama seine Konkurrentin Hillary Clinton im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur seiner Partei fast eingeholt. Derzeit führt Clinton nur noch mit 25 Delegiertenstimmen. Bei den Republikanern gab es bei zwei von drei Entscheidungen Dämpfer für den führenden Senator John McCain.

HB WASHINGTON. Obama siegte am Samstag in den Staaten Louisiana, Nebraska und Washington sowie in dem US-Territorium Jungferninseln mit deutlichem Vorsprung. Bei den Republikanern gab es bei zwei von drei Entscheidungen Dämpfer für den führenden Senator John McCain, der nach dem Rückzug seines größten Konkurrenten Mitt Romney aber weiter klar in Führung liegt.

Nach Zählung der Nachrichtenagentur Associated Press führt bei den Demokraten Clinton nur noch mit 25 Delegiertenstimmen vor Obama: Die New Yorker Senatorin kann demnach bisher mit 1.095 Delegierten rechnen, der Politik-Neuling aus Illinois mit 1.070. Darin sind bereits die sogenannten Superdelegierten enthalten, das sind Parteifunktionäre, die nicht bei Vorwahlen und Wählerversammlungen auf einen Kandidaten festgelegt wurden und die in ihrem Abstimmverhalten bei dem Nominierungsprozess im August frei sind.

Für die Nominierung benötigt werden mindestens 2.025 Delegierte.

Obama, der in Washington seine erste Amtszeit als Senator im US-Kongress absolviert, nutzte seine Siegesansprache in Richmond zu Angriffen auf die Politikveteranen Clinton und McCain. Seine Partei habe die Alternative, im Kampf um das Weiße Haus darüber zu debattieren, wer die meiste Erfahrung habe. Oder sie könne den Republikaner McCain mit der Frage herausfordern, wer wohl in Washington nach der Präsidentenwahl am meisten verändern werde.

„Denn das ist eine Debatte, die wir gewinnen können“, erklärte Obama. „Heute sind Wähler von der West- bis zur Golfküste und dem Herzen Amerikas aufgestanden und haben gesagt: „Yes we can.“ (“Ja, wir können es schaffen.“)

Clinton ging in Richmond vor Obama ans Rednerpult und ging in ihrer Ansprache nicht auf die Siege ihres Konkurrenten ein. Über den führenden republikanischen Bewerber McCain sagte sie, der 71-Jährige Senator stehe für „mehr vom selben“ der Politik von Präsident George W. Bush. Sie verließ den Saal, bevor Obama eintraf.

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