Rennen um die Präsidentschaftskandidatur
Hillary Clinton ist zurück im Rennen

Mit einem überraschend klaren Sieg in Pennsylvania hat Hillary Clinton ihren Anspruch auf Präsidentschaftskandidatur der Demokraten gewahrt. "Das Blatt hat sich gewendet", feierte sie in Philadelphia. Barack Obama habe dreimal soviel Geld in dem Bundesstaat ausgegeben und es nicht geschafft, sie aus dem Rennen zu werfen. Jetzt spricht alles dafür, dass die Entscheidung erst auf dem Parteitag Ende August fällt.

Hillary Clinton gewann in Pennsylvania 55 Prozent der Stimmen, Barack Obama 45 Prozent - und damit klarer als zuletzt erwartet. Die frühere First Lady hatte zwar vor einigen Monaten in dem Bundesstaat, der als Abbild der USA im kleinen gilt, noch mit mehr als 20 Prozentpunkten in den Umfragen geführt. Zuletzt war ihr Herausforderer Obama aber bis auf wenige Prozentpunkte nahe gekommen.

„Einige haben mich ausgezählt und mir gesagt, ich solle aufgeben. Aber das amerikanische Volk gibt nicht auf. Und es verdient einen Präsidenten, der auch nicht aufgibt," sagte Clinton vor jubelnden Anhängern in Philadelphia. Jetzt gebe es die Chance, dass zum ersten Mal in der Geschichte der USA eine Frau ins Weiße Haus einziehe. Indirekt räumte sie jedoch ihre akute Finanznot auf und bat ihre Anhänger zu weiteren Spenden.

Barack Obama gratulierte Clinton zu ihrem Sieg, wies aber darauf hin, dass er für eine sehr hohe Wahlbeteiligung gesorgt und den Abstand auf die favorisierte Clinton in Pennsylvania verkürzt habe: "Viele haben nicht geglaubt, dass wir dies zu einem knappen Rennen machen könnten, als wir anfingen. Sechs Wochen später haben wir die Lücke geschlossen," sage er bei einer Wahlkampfveranstaltung in Indiana, wo am 6. Mai die Vorentscheidung fallen könnte. Wenn Amerika einen wirklichen Bruch mit der alten Politik in Washington wolle werde es ihn wählen, sagte Obama. Als Gegenpart erwähnte er Clinton jedoch gar nicht sondern setzte sich von John McCain ab. Der Kandidat der Republikaner stünde für eine Fortsetzung der Politik von George W. Bush.

Die Wählerbefragungen zeigen, dass Clinton ihren Sieg vor allem ihrer traditionellen Kernwählerschaft verdankt, die vor allem die Angst vor einem wirtschaftlichen Abstieg umtreibt. Zwei von drei Weißen ohne College-Abschluss und ebensoviele der ärmeren Wähler entschieden sich für die New Yorker Senatorin. Stark schnitt sie auch bei Katholiken, Gewerkschafter und Waffenbesitzern ab. Obama gelang es nicht, in diese Bastionen der traditionellen Linken einzubrechen. Er gewann zwar 90 Prozent der Schwarzen, die haben in Pennsylvania aber nur einen Anteil von einem Siebtel der Bevölkerung.

Obama hatte zuletzt den Vorsprung von Clinton, die zeitweilig um mehr als 20 Prozentpunkte vorne gelegen hatte, fast eingeholt. Gemessen an den letzten Umfragen fällt das Ergebnis allerdings relativ deutlich aus. Offenbar wurde Obama auch für seine missverständlichen Aussagen abgestraft, die verbitterten Wählern in den kleinen Städten Amerikas klammerten sich in ihrer Not an die Religion und ihre Waffen.

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