Rennserie soll spätestens 2008 starten
Autohersteller machen der Formel Eins Konkurrenz

Die im Rennsport engagierten Autohersteller wollen künftig eine eigenständige Weltmeisterschaft als Konkurrenz zur bisherigen Formel Eins ausrichten.

HB MAILAND. Diese neue Rennserie werde "spätestens ab dem 1. Januar 2008" starten, kündigte der Autobauer Fiat für den Branchenverband ACEA am Freitag an. An dem Wettbewerb sollen wie bei der Formel Eins offene einsitzige Rennwagen teilnehmen. Als erster Präsident sei der Generaldirektor von Fiat, Paolo Cantarella, vorgesehen. Von den ACEA-Mitgliedern sind neben Fiat (Ferrari) die Konzerne Ford, BMW (Williams), Renault und Daimler-Chrysler (Mercedes) in der Formel 1 vertreten. Bis 2007 sind die Konstrukteure durch Verträge an die Formel 1 gebunden. In den nächsten Tagen wollen sie eine Firma gründen, die die Konkurrenz-Weltmeisterschaft organisieren soll.



Die in der ACEA organisierten Hersteller ringen seit Monaten mit dem Münchener Medienkonzern Kirch um die Vorherrschaft in der als Königsklasse der Autosports geltenden Formel Eins. Ein Kirch-Sprecher sagte, die Gruppe nehme den italienischen Vorstoß ernst. "Die Gesellschafter der SLEC und Herr Ecclestone werden in den nächsten Tagen gemeinsam erruieren, was damit tatsächlich gemeint ist", fügte er hinzu.

Die Kirch-Gruppe und der Filmrechtehändler EM.TV halten je zur Hälfte 75 Prozent der Formel-1-Holding SLEC, die die Fernsehrechte an dem sportlichen Großereignis vergibt. Die Kirch-Gruppe wird aber wahrscheinlich bis zum Herbst durch die Umwandlung eines Darlehens von Kirch an EM.TV ihren Anteil bei der SLEC auf 57,5 Prozent ausbauen und damit die Mehrheit übernehmen.

Konstrukteure streiten mit der Kirch-Gruppe

Die Autohersteller hatten mit einer alternativen Rennsportserie gedroht, falls die Kirch-Gruppe die Kontrolle über die SLEC erlangen solle. Sie befürchten, der Medienkonzern, der die Privatsender ProSieben und Sat.1 sowie den PayTV-Sender Premiere World betreibt, könne die Vergabe der begehrten Fernsehrechte zu seinen Gunsten beeinflussen.

Die Kirch-Gruppe führt Branchenkreisen zufolge bereits seit einiger Zeit Gespräche mit den Autoherstellern über den Verkauf eines Anteils an der SLEC. Kirch habe den Konzernen, die nach eigenen Angaben nur an einem Anteil von mindestens 33 Prozent interessiert sind, bisher eine Beteiligung von 25 Prozent angeboten, hieß es. "Wir sind weiterhin bereit, über Vorstellungen der Autohersteller über eine Beteiligung und Einfluss an der SLEC Gespräche zu führen", sagte der Kirch-Sprecher dazu.

Mit der Gründung einer neuen Rennsportserie wäre die Investition der Kirch-Gruppe in die SLEC langfristig wertlos. Der Aufbau einer neuen Rennserie ist nach Angaben von Experten allerdings auch sehr kostspielig. In Branchenkreisen wird die Vereinbarung der Autohersteller daher vor allem als Versuch gewertet, die eigene Position in den Verkaufsverhandlungen mit Kirch zu stärken. MacLaren-Teamchef Ron Dennis hatte Mitte April die Einschätzung geäußert, dass es wahrscheinlich nicht zu einer Spaltung, sondern zu einer Umstrukturierung der Formel 1 kommen werde.

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