Renoir für 20,5 Millionen versteigert
Kunstmarkt ist „gesund“

Ein Ölgemälde des französischen Impressionisten Pierre August Renoir ist vom New Yorker Auktionshaus Sotheby's für 23,528 Mill. Dollar (20,58 Mill. ?) versteigert worden. Ein Gemälde von Max Liebermann mit dem Titel "Mein Haus in Wannsee, mit Garten" erzielte den höchsten Preis, der bisher auf einer Auktion für den deutschen Künstler geboten wurde. Das Bild, das Liebermann als 79-Jähriger malte, wurde am Dienstagabend in New York für 1,576 Mill. Dollar zugeschlagen, das Doppelte des unteren Schätzwertes von 700 000 Dollar.

HB/dpa NEW YORK. David Norman vom Sotheby's-Vorstand der Abteilung Impressionisten und moderne Kunst kommentierte das Ergebnis mit den Worten: "Die Kunstwelt hat nach einer langen Phase der Unsicherheit mit Spannung auf diese Versteigerung gewartet und heute Abend einen lebendigen und gesunden Markt erlebt." Die Sammler hätten das anhaltende Interesse an "hochqualitative Kunst" gezeigt. Nach dem Auftakt der Frühjahrsauktion bei Sotheby's habe es einen "kollektiven Seufzer der Erleichterung" gegeben, meinte Norman.

Renoirs Meisterwerk "Dans les Roses (Portrait de Madame Leon Clapisson)" wurde von dem amerikanischen Sammler Steve Wynn erworben und soll künftig in dessen Ausstellungsräumen in Las Vegas zu sehen sein. Das Werk war auf einen Wert zwischen 20 und 30 Mill. Dollar geschätzt worden. Es stammt aus dem Jahr 1882 und zeigt eine von Rosen umgebene Frau in ihrem Garten. Renoirs Auftraggeber, der Geschäftsmann Leon Clapisson, hatte das Porträt seiner Frau damals zurückgewiesen und den Künstler gebeten, sie noch einmal und dieses Mal deutlicher wiederzugeben. Der bisher höchste Preis für ein Renoir-Werk bei einer Auktion war 1990 mit 78,1 Mill. Dollar für das Gemälde "Au Moulin de la Galette" erzielt worden.

Liebermanns Gemälde zeigt den üppigen Rosengarten seines Berliner Hauses. Der Erlös aus der Versteigerung des Bildes fließt der Leo- und-Karen-Gutmann-Stiftung zu, die Studenten der Kunstgeschichte und Archäologie finanziell unterstützt. Ein Pastell von Edgar Degas mit dem Titel "Danseuse" (1885 bis 1890) wechselte für 10,6 Mill. Dollar den Besitzer. Das Bild zeigt eine sich verbeugende Tänzerin und war vom Museum der feinen Künste in Boston zur Versteigerung eingereicht worden.

Ein zweites Degas-Werk des Bostoner Museums mit dem Titel "Danseuse pres d'un portant" (1888) wurde für 3,928 Mill. Dollar zugeschlagen, ebenfalls deutlich über dem Schätzpreis. Camille Pissarros Bild "La Route de Rocquencourt" war sehr gefragt und wurde schließlich für 5,608 Mill. Dollar zugeschlagen. Das Gemälde zeigt den Übergang des Malers zu einer helleren Farbpalette und der subtileren Wiedergabe von Licht und Schatten.

Der Sotheby's-Auktion soll in der Nacht zum Donnerstag die Versteigerung von Werken der Impressionisten und Künstlern der Moderne durch das New Yorker Auktionshaus Christie's folgen. Beide Häuser hatten ihr Angebot angesichts der unsicheren Lage auf dem Kunstmarkt verringert. So stellte Sotheby's nur 39 Lose vor - im Vergleich zu den sonst üblichen 45 bis 60 Losen. Christie's hat sogar nur 31 Lose in seinem Katalog. Das dritte New Yorker Auktionshaus, Phillips, de Pury & Luxembourg, verzichtet erstmals ganz auf ein Angebot von Werken der Impressionisten. Der New Yorker Auktionsreigen wird in der kommenden Woche mit Arbeiten von Nachkriegs- und zeitgenössischen Künstlern fortgesetzt.

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