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Euro-Renten tendieren nach Florida-Wahlentscheid leichter

FRANKFURT. Die richtungweisenden europäischen Zinsfutures haben am Montag auf den Entscheid zur US-Präsidentenwahl in Florida mit Kursverlusten reagiert. Händler sagten, die Entscheidung des Bundesstaates, den Republikaner George W. Bush zum Wahlsieger in Florida zu erklären, hätte die Aktienmärkte beflügelt und so die Festverzinslichen belastet. Die US-Aktienfutures, die auf eine festere Eröffnung an der Wall Street hinwiesen, hätten die Aktien in Europa freundlich eröffnen lassen und die Kurse der US-Bonds sowie der europäischen Anleihen gedrückt. Finanzexperten sagten jedoch, die Marktteilnehmer würden sich in Erwartung weiterer rechtlicher Auseinandersetzungen zwischen Bush und dem Demokraten Al Gore vorerst zurückhalten. Auf Konjunkturdaten aus der Euro-Zone reagierten die Zinsfutures Händlern zufolge kaum.

Der Euro-Bund-Future notierte gegen 12.30 Uhr mit acht Ticks im Minus bei 106,23 Zählern, nachdem er zuvor ein Tagestief von 106,12 Punkten erreicht hatte. Der Bobl-Future verlor vier Stellen auf 104,02 Punkte. Am kurzen Ende notierte der Schatz-Future zwei Ticks im Minus bei 101,65 Punkten. Die zehnjährige Bundesanleihe Januar 2011 notierte mit 100,87 Punkten und rentierte auf diesem Niveau mit 5,131 %. Der Euro pendelte am Montagmittag um die Marke von 0,84 $ und damit knapp ein Drittel Cent über US-Handelsschluss am Freitag.

Die Wahlkommission in Florida hatte am Sonntag den Republikaner Bush zum Sieger der Präsidentenwahl in Florida erklärt. Nach dem offiziellen Ergebnis führt Bush in dem Bundesstaat mit 537 Stimmen vor dem Demokraten Al Gore. Das Ergebnis berücksichtigt jedoch nicht die Handnachzählung aus dem Bezirk Palm Beach, da diese nicht fristgerecht abgeschlossen worden war. Das Gore-Lager hatte daher umgehend rechtliche Schritte gegen das Florida-Ergebnis angekündigt, da damit nicht alle Stimmen in Florida ausgezählt worden seien. Das Wahlmännerkollegium stimmt am 18. Dezember darüber ab, wer die Nachfolge des Demokraten Bill Clinton antritt. Erst dann werden die Märkte Händlern zufolge sichtlich reagieren.

Für die US-Aktienmärkte ist nach Ansicht von Händlern ein endgültiger Wahlsieg Bushs ein gutes Zeichen, da die von den Republikanern geplanten massiven Steuersenkungen die Konjunktur ankurbeln und so die Aktienkurse stützen würden. Dies erkläre auch die Kursverluste an den Rentenmärkten. "Es ist der gleiche Handel, den wir beim letzten Mal gesehen haben, als er (Bush) zum Sieger erklärt wurde, nämlich raus aus den Bonds und rein in die Aktien", sagte Don Alexander von der Dresdner Bank. Die Marke von 106,00 Zählern sahen die Händler nun als Unterstützungsmarke beim Bund-Future. Sollte sie im Tagesverlauf unterschritten werden, würden die Zinsfutures ihre Kursgewinne der vergangenen Woche nicht mehr halten können. Der Bund-Future würde dann womöglich bis auf 105,75 Zähler abrutschen, nachdem das Papier am Freitag auf ein neues Kontrakthoch von 106,45 Zählern gestiegen war.

Positives Vorzeichen beim Nasdaq-Future

Mit der positiven Vorgabe aus den USA waren am Montag aber auch die Anleger am Frankfurter Neuen Markt Händlern zufolge in Kaufstimmung. Der Nasdaq-Future lag am Montagvormittag (MEZ) mit 51 Zählern im Plus. Der Blue-Chip Nemax-50 notierte rund fünf Prozent fester bei rund 3778 Zählern. Der deutsche Aktienindex tendierte unterdessen rund 1,7 % im Plus bei 6780 Zählern.

Auf die im Tagesverlauf veröffentlichten Konjunkturdaten reagierten die Renten kaum. Das italienische Statistikamt ISTAT hatte am Montagmorgen mitgeteilt, der Einzelhandelsumsatz sei im September um 2,9 % zum Vorjahr gestiegen. In den ersten neuen Monaten habe sich der Einzelhandelsumsatz damit um 1,5 % erhöht. Der Handelsbilanzüberschuss in der Euro-Zone hat sich nach Angaben des Europäischen Statistikamtes Eurostat im September auf 3,3 Mrd. Euro von 1,3 Mrd. Euro im September 1999 erhöht. Im August verzeichnete die Euro-Zone den Angaben nach ein Handelsbilanzdefizit von revidiert 0,5 Mrd. Euro.

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