Renten und Gold gefragt
Gewinnmitnahmen drücken Aktienkurse

Die Anleger haben sich am Dienstag an den Aktienmärkten angesichts der Ungewissheit über die Konjunkturentwicklung nach dem Ende des Irak-Kriegs zurückgehalten und einen Teil ihrer Gewinne vom Vortag wieder eingestrichen. Die wirtschaftlichen Rahmendaten seien nach wie vor schlecht und dessen würden sich die Anleger nun wieder etwas bewusster, sagten Marktteilnehmer.

Reuters FRANKFURT. "Die strukturellen Probleme in den USA und Europa sind immer noch die gleichen, deswegen bleibe ich auch eher skeptisch, was einen deutlichen Konjunkturaufschwung nach dem Ende des Irak-Kriegs angeht", sagte Stefan Schilbe, Chefvolkswirt bei HSBC Trinkaus & Burkhardt. Kurzfristig könnten sich die Stimmungsindikatoren zwar verbessern, zum Beispiel angesichts des zuletzt deutlich gefallenen Ölpreises. Aber dann könnte wieder Ernüchterung über die tatsächliche wirtschaftliche Lage einkehren.

Steve Previs von Jeffries International äußerte sich ebenfalls skeptisch: "Die Kosten des Kriegs im Irak und der Wiederaufbau werden auf die US-Steuerzahler zurückgehen. Das wird die US- und die Weltwirtschaft belasten."

Derzeit hielten sich Anleger zudem mit langfristigen Anlagekäufen zurück, sagten Börsianer. Eher würden Gewinne schnell wieder eingestrichen, was Schwankungen am Markt führe. "Der Markt befindet sich momentan eher in einer Orientierungsphase", sagte Volkswirt Schilbe.

"Wir könnten immer noch eine Erleichterungsrally sehen, wenn sie Saddam Hussein kriegen. Aber das Potenzial nach oben ist auf dem jetzigen Niveau begrenzt", sagte Nigel Cobby, Analyst bei JP Morgan.

Die US-Armee bombardierte nach eigenen Angaben ein Haus in einem Bagdader Wohnviertel, in dem der irakische Präsident Saddam Hussein und seine Söhne vermutet wurden. Ob Saddam und seine Söhne dabei ums Leben gekommen seien, werde noch untersucht, sagte ein Sprecher des US-Militärs in Katar.

Der Index der wichtigsten europäischen Aktien, Dow Jones Stoxx50, lag am Nachmittag über ein Prozent im Minus bei 2315 Punkten. Der britische Leitindex FTSE100 und der CAC40 in Paris fielen jeweils über ein Prozent. In Frankfurt büßte der Deutsche Aktienindex (Dax) 1,6 Prozent auf 2763 Punkte ein.

Der Euro notierte wenig verändert bei 1,0675/76 Dollar, nach einem Stand von 1,0687/93 Dollar bei Handelsschluss in New York am Montag. "Dass der Dollar seine Rally nicht ausbauen kann, zeigt, dass der Markt sehr unsicher über die langfristigen Prognosen ist", sagte Shahab Jalinoos, Währungsstratege bei UBS Warburg.

Der Preis für Rohöl stieg am Dienstag zeitweise deutlich. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verteuerte sich um füf Cent auf 24,63 US-Dollar. Händlern zufolge gebe es Hinweise darauf, dass die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) Maßnahmen ergreifen könnte, um einem weiteren Preisverfall nach dem Ende des Irak-Kriegs entgegenzuwirken. Seit Ende Februar ist der Ölpreis um rund 30 Prozent gefallen.

Staatsanleihen legten angesichts der Zurückhaltung der Anleger an den Aktienmärkten leicht zu. Der Bund-Future stieg um elf Ticks auf 113,09 Punkte.

Gold kletterte auf 322,30/323,05 Dollar, nach einem Kurs bei 321,75/322,50 Dollar zum Handelsschluss in New York am Montag.

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